Entwarnung in der Heilkräuter-Verbotsfrage

Burgstaller: Kein Verbot von Ringelblume und Co. in Naturkosmetik-Produkten durch EU-Richtlinie geplant

Salzburg (OTS) - Erleichtert zeigte sich Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Sonntag, 12. März, darüber, dass kein Verbot der Verwendung bestimmter Heilkräuter wie Ringelblume, Arnika, Schafgarbe und Johanniskraut in Naturkosmetik-Produkten durch eine EU-Richtlinie bevorsteht. Wie auch das Bundesministerium für Gesundheit informiert, müssten Verbotsmaßnahmen von einer qualifizierten Mehrheit der 25 Mitgliedstaaten beschlossen werden, bevor diese Richtlinie auf EU-Ebene erlassen werden könne. Außerdem wird von der Europäischen Kommission ein öffentliches Konsultationsverfahren durchgeführt, um betroffenen Unternehmen Gelegenheit zu bieten, unter Vorlage entsprechender Daten begründeten Einspruch zu erheben. "Das Wissen über traditionelle pflanzliche Heilmittel wird in Salzburg seit Generationen weitergegeben, und viele Salzburgerinnen und Salzburger hätten zu Recht kein Verständnis für ein De-facto-Verbot dieser sanften Medizin gehabt", betonte Burgstaller, die sich entschieden gegen eine Einschränkung bei Heilkräutern eingesetzt hatte.

Hintergrund der Befürchtungen waren die langwierigen Diskussionen um die Chemikalienverordnung REACH. Diese Verordnung wird voraussichtlich im Frühjahr 2007 in Kraft treten und ab Mai 2008 wirksam. Ein Hauptziel des REACH-Systems ist folgendes: Für rund 30.000 chemische Stoffe, die in der EU in einer Menge von mehr als einer Tonne pro Hersteller und Jahr hergestellt oder von einem Importeur aus einem Drittstaat in einer Menge von mehr als einer Tonne pro Importeur und Jahr eingeführt werden, müssen einheitlich Daten über ihre möglichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt erfasst werden. REACH verlangt eine Registrierung für chemische Stoffe. Als Stoffe gelten reine Chemikalien, das heißt Elemente, synthetische chemische Verbindungen sowie Naturstoffe, wenn sie gemäß Chemikaliengesetz gefährlich sind (z.B. brennbar, sensibilisierend, reizend, ätzend). "Das heißt also nicht, dass Heilkräuter als solche registrierungspflichtig sind, sondern unter bestimmten Voraussetzungen die aus ihnen gewonnenen ätherischen Öle bzw. definierten Extrakte oder einzelne Inhaltsstoffe", so Gesundheits- und Europareferentin Burgstaller. Hersteller von Naturkosmetika fallen jedenfalls, sofern sie ihre Rohstoffe nicht selber herstellen oder aus Drittländern importieren, als "nachgeschaltete" Verwender nicht unter die Registrierungspflicht. Es ist aber nicht auszuschließen, dass für die "nachgeschalteten" Verwender einige zur Herstellung von bestimmten Rezepturen benötigte Rohstoffe nicht mehr zur Verfügung stehen werden, falls eine Registrierung nicht vorgenommen wird.

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