Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Politischer Alterszynismus (von Michael Kuscher)

Ausgabe 10.03.2006

Klagenfurt (OTS) - Das Geld für die Alten geht an allen Ecken und Enden aus. Die Deutschen haben die Wahlen hinter sich und brauchen kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen. Rentenbeiträge und Rentenantrittsalter werden angehoben und die ohnehin eingefrorenen Renten noch weiter tiefgekühlt. Unterm Strich heißt das Kürzung. Der sozialdemokratische Vizekanzler Müntefering hat aber guten Rat: Die Rentner können auf der Straße Balalaika oder gleich Lotto spielen, oder rechtzeitig selber vorsorgen. Nur, auch Millionen Deutsche haben zum Sparen und Vorsorgen ganz einfach kein Geld. Es reicht oft nicht einmal mehr für Münteferings Lottoschein. Denn im Lotto haben alle immer nur verloren.

Ähnlich lebensnah und erfrischend entwaffnend weist Italiens Premier Silvio Berlusconi - noch vor der Wahl - den Weg aus der Armut: "Macht es wie ich und verdient mehr Geld".

Kärnten ist auch hier etwas anders und sondert Balalaika- und Lottospieler als "Sozialschmarotzer", Schuldner und Ausländer vor der Wahl vorsorglich gleich aus. Hier wird seitens des Landeshauptmannes gar nicht erst daran gedacht, "Leute zu "unterstützen, die sich nicht um ihre Pension gekümmert haben" - egal ob sie eine Chance dazu hatten oder nicht. Ob Münte-"fering, Berlusconi oder Haider, es eint sie politischer Alterszynismus.

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