WirtschaftsBlatt Kommentar vom 10.3.2006: Die Liebe der Parteien zum Mittelstand - von Herbert Geyer

Wien (OTS) - Begonnen hat es mit der SPÖ, die unvermittelt ihr
Herz für den Mittelstand entdeckt hat. Die Wirtschaftskammer, die vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) getragen wird, ist natürlich ebenfalls dabei, und jetzt haben auch die Regierungsparteien ihr Herz für die KMU entdeckt: Das BZÖ hat sich in seiner Klubklausur nicht nur Massnahmen zur Sicherung der eigenen Jobs überlegt, sondern auch alle möglichen Zuckerln für mittelständische Unternehmen ausgeklügelt; und jetzt erhebt sogar das Finanzministerium in ganzseitigen Inseraten die Bedürfnisse der einschlägigen Unternehmen, um sie gegebenenfalls in die Tat umzusetzen.
Uns kann es nur Recht sein, wenn Förderungen für die KMU das Thema des längst angelaufenen Wahlkampfes für die Nationalratswahlen im heurigen Herbst sind - lieber jedenfalls, als wenn xenophobe Anti-EU-Emotionen, wie sie gerade in dieser Woche durch das Volksbegehren der Rest-FPÖ geschürt werden, die Wahlkampfauseinandersetzung bestimmten.
Kleine und mittlere Unternehmen bilden das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft. Sie stellen gut 99 Prozent der Betriebe und rund 65 Prozent der Jobs: Wenn es den KMU gut geht, geht es uns allen gut.
Wahlkampf genügt freilich nicht. Wir wollen auch Taten sehen. Nur zu frisch sind uns noch die Beteuerungen von Schwarz und Rot im jüngsten deutschen Bundestagswahlkampf in Erinnerung, die einander in der Sicherung der Renten zu übertrumpfen trachteten. Jetzt haben beide Parteien gemeinsam die reale Kürzung der Pensionen beschlossen (siehe Kommentar rechts).
Das WirtschaftsBlatt, als Zeitung für die österreichische Wirtschaft natürlich eine Zeitung für die KMU, hat sich also entschlossen, die offen-sichtliche Bereitschaft aller Parteien, sich vor der Wahl für den Mittelstand einzusetzen, auch über den Wahltag hinaus zu tragen:
Wir rufen unsere Leserinnen und Leser auf, sich an dem eben begonnenen Ideenwettstreit zur Förderung der mittelständischen Wirtschaft zu beteiligen (siehe S. 2).
Auch wir werden uns an diesem Kreativwettbewerb beteiligen. Klar ist, dass eine (zumindest selektiv auf niedrigere Einkommen fokussierte) Senkung der Lohnnebenkosten und die Verbesserung der Eigenkapitalbasis im Vordergrund stehen.
Und wir werden jedenfalls dafür sorgen, dass diese Themen nicht nach dem Wahltag wieder in der Versenkung verschwinden.

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