Maier: Illegales Glücksspiel in Österreich von Behörden nicht kontrolliert

"Kleines Glücksspiel" zurücknehmen, wo es erlaubt ist - gegen Ausweitung

Wien (SK) - Scharfe Kritik an Innenministerin Prokop in
Zusammenhang mit der behördlichen Kontrolle des illegalen Glücksspiels in Österreich übte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst: "Das Innenressort ist für ein Kontrolldesaster mit weitreichenden Folgen verantwortlich. Die zuständigen Landesbehörden - aber auch die Sicherheitsbehörden - wissen um die illegalen Machenschaften und Manipulationen von Geldspielautomaten, aber sie schauen dem Treiben einfach zu." Wie die meisten Stellungnahmen der Bundesländer zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels bezeugten, seien die Manipulationen an Geldspielautomaten den Behörden bekannt. Das Finanzministerium empfehle laut Maier die Zurücknahme des "kleinen Glücksspiels", wo dieses erlaubt sei. Umso unverständlicher, "dass Prokop nichts unternehmen will". Maier kündigte für die kommenden Plenartage eine Initiative der SPÖ für ein Maßnahmenpaket zur Suchtprävention an. ****

"Entgegen aller Bedenken wird derzeit mit zweifelhaften Methoden versucht, das kleine Glücksspiel sogar auf weitere Bundesländer auszuweiten", kritisierte der SPÖ-Abgeordnete. Wie auch die zuständige Ministerin Rauch-Kallat in einer Anfragebeantwortung bestätigt habe, "steigt die Zahl der Spielsüchtigen dort an, wo das kleine Glücksspiel erlaubt ist". Besonders bedenklich sei für Maier die Tatsache, dass Geldspielautomaten in Österreich "nicht einmal, wie im übrigen Europa üblich, zertifiziert bzw. genormt sind". Dies vereinfache die Manipulation der Geräte, die etwa per Funk "auf sogenannte 'Hazardspiele' mit ungleich höheren Ein- und Auszahlungen umgestellt werden können". Diese illegale Praxis sei allen Verantwortlichen längst bekannt. "Der Gesetzgeber muss endlich handeln", forderte Maier. Was Innenministerin Prokop sofort einleiten müsse, seien Schwerpunktkontrollen, die von der Polizei gemeinsam mit dem Finanzministerium und entsprechenden Sachverständigen durchgeführt werden sollten. Wie Maier abschließend erklärte, werde er heute an der von der niederösterreichischen Landesrätin Christa Kranzl angeregten Enquete "Kleines Glücksspiel" in St. Pölten teilnehmen. (Schluss) ns/mp

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