Lichtenberger: Tibet-Frage muss hohe Priorität auf EU-Tagesordnung haben

Besuch der Tibet-Intergroup des EP in Nordindien

Wien (OTS) - "Die Situation der tibetischen Bevölkerung ist katastrophal. Sie wird in der chinesischen Gesellschaft marginalisiert und hat keinerlei Chancen, ihre Kultur und Religion zu leben.Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung, das Erlernen und die Verwendung der tibetischen Sprache unter der chinesischen Herrschaft kaum möglich. Nur in indischen Tibeter-Siedlungen kann die Jahrtausende alte Kultur Tibets gepflegt werden. Jährlich erreichen etwa 3000 Flüchtlinge nach einem extrem strapaziösen Marsch über den Himalaya die Freiheit, darunter auch vierjährige Kinder", so Eva Lichtenberger, Europa-Abgeordnete der Grünen nach einem einwöchigen Besuchs der Tibet-Intergroup EP in Tibetischen Settlements in Nordindien. Es gab unter anderem Gespräche mit dem Dalai Lama und Kontakte mit eben erst angekommenen Flüchtlingen aus Tibet.
"Der gewaltlose Widerstand der TibeterInnen wird in den Medien kaum wahrgenommen. Viele RegierungsvertreterInnen erachten die Aussicht auf Exporte in den chinesischen Markt offenbar als wichtiger als den Schutz der Menschenrechte in Tibet und in China. Unter den TibeterInnen selbst besteht ein breiter Konsens über den Lösungsansatz des Dalai Lama: Sein ‚middle way approach’ mit dem Ziel einer genuinen Autonomie Tibets innerhalb und auf der Basis der Chinesischen Verfassung setzt auf Gewaltlosigkeit und Verhandlungen", so Lichtenberger. Trotzdem weigere sich China bisher standhaft, den informellen Gesprächen zwischen den Tibetern und Vertretern der chinesischen Zentralregierung offiziellen Charakter zu verleihen, was zumindest ein Anfang einer Lösung für Tibet wäre. "Aufgrund der Olympischen Spiele 2008 in Peking ist China mehr als bisher an einem guten Image im Westen interessiert. Dies sollte die EU nutzen, um die Verletzung der Menschenrechte in Tibet wieder zu thematisieren", schließt Lichtenberger.

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