"Baustelle Bildung" - Es gilt keine Zeit zu verlieren

AKNÖ-Enquete in St. Pölten über die "ideale Schule"

Wien (OTS) - "Die ideale Schule - eine Annäherung" lautete der Titel der gut besuchten Diskussionsveranstaltung im Rahmen der 2. Enquete "Baustelle Bildung", zu der am Mittwoch die NÖ Arbeiterkammer nach St. Pölten lud.

"Das Schulsystem kann bewusst gesteuert und verbessert werden", so Österreichs PISA-Koordinator und Bildungsforscher DDr.Günter Haider in seinem Eröffnungsreferat. Das heimische System mit seiner zentralistischen Verwaltung biete dafür sogar sehr gute Voraussetzungen, weil es dadurch relativ leicht sei, die notwendigen Hebel in Bewegung zu setzen - dies müsse aber bald geschehen. Konkret bedürfe es neuer, einheitlicher Bildungsstandards, die letztendlich zu mehr Fairness für die Betroffenen - sprich für die SchülerInnen -führen. Außerdem müsse sich auch Österreich dem globalen Bildungswettbewerb stellen und von gut funktionierenden Modellen lernen."

Die Bereitschaft dazu signalisierte auch der NÖ Landesschulinspektor für Allgemeine Pflichtschulen, Ing. Leopold Rötzer: "Ich stehe zu Output-Prüfungen und zu neuen Bildungsstandards, allerdings immer unter Rücksichtnahme auf die heimische historische Entwicklung." Gleichzeitig mahnte er auch ein, aus der nächsten PISA-Untersuchung keine falschen Schlüsse zu ziehen, sondern diese als "konstruktive Diskussionsgrundlage" heranzuziehen". Außerdem wird nach seiner Ansicht die Ganztagsschule kommen, allerdings "nicht aus ideologischen Gründen, sondern aus sozialpolitischen und pädagogischen Notwendigkeiten."

AKNÖ-Bildungsexperte Günter Kastner ortete ein Informationsdefizit besonders bei den Eltern. Mit Verweis auf eine im Vorjahr erarbeitete Studie der NÖ Arbeiterkammer vermisst er ein gefestigtes Meinungsmuster in der Bevölkerung: "Das ist aber enorm wichtig für die Akzeptanz eines neuen Schulsystems. Besonders bei zentralen Begriffen wie Gesamt- und Ganztagsschule würde es eine Reihe unklarer Vorstellungen geben. Die Ergebnisse einer dahin ausgerichteten Umfrage würden dies auch bestätigen: "Nachdem die Befragten über die tatsächliche Bedeutung der Begriffe Bescheid wussten, war das Umfrage-Ergebnis über die Akzeptanz eines bestimmten Modells ein ganz anderes." Generell - so Kastner - brauchen wir für nachhaltige Verbesserungen auf jeden Fall mehr Ressourcen sowie ein ganzes Bündel an Maßnahmen ."

In seinem Schlussresümee verwies AKNÖ-Direktor Mag. Helmut Guth auf die Dringlichkeit von Veränderungen: "Wir haben keine Zeit zu verlieren, weil wir uns nicht darauf verlassen dürfen, dass wir jetzt ohnehin gut ausgebildet sind". Zudem müssten auch Taten folgen, "denn die ideale Schule entsteht nicht am Reißbrett, sondern es muss gehandelt werden, Impulse aufgegriffen und weiterentwickelt werden." Dies bedinge aber nicht zuletzt auch den Verzicht auf parteiideologische Einflüsse in der Bildungsdiskussion, da die Betroffenen letztendlich nur interessiert, dass am Ende etwas Gutes rauskommt, so Guth.

Rückfragen:
AKNÖ, Referat für Schule, Hochschule und Kultur
Dr. Inge Schwammel: 01 58883-1874

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1252
presse@aknoe.at
http://noe.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0001