Neues Volksblatt: "Unter Druck" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 9. März 2006

Linz (OTS) - Helene Partik-Pablè ist wahrlich unverdächtig, zu den bedingungslosen Gefolgsleuten Jörg Haiders zu zählen. Wenn die FP-Bekennerin nun über Konsequenzen, de facto also wohl eine Abkehr von der FPÖ, nachdenkt, läßt das tief in die inneren Befindlichkeiten und den Umgang im blauen Reich von Strache & Co blicken. Man muss wohl davon ausgehen, dass die frühere Richterin tatsächlich Druck von Seiten ihrer Parteifreunde empfunden hat, ehe sie sich zu derart massiven Vorwürfen hinreißen läßt.
Für die Koalition bleibt der Wirbel um die Förderung der FP-Akademie - samt den finanziellen Verschwörungstheorien von Rot und Grün - letztlich ohne Belang. Denn es bleibt dabei, dass nur zwei Abgeordnete tatsächlich mit Straches Oppositions-Linie sympathisieren. Die anderen hat schon bisher das grundsätzliche Bekenntnis zur FPÖ nicht gehindert, die Regierungslinie mitzutragen oder sie sogar - siehe etwa Partik-Pablè und Staatsbürgerschaftsrecht - maßgeblich mitzugestalten. Das neue blaue Bekenntnis kann die FPÖ daher finanziell freuen. Dem Ziel einer Klubspaltung ist Strache damit nicht näher gekommen.

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