Gutachter im Grazer Vierfach-Babymord-Prozess sagt, "Fünftes Kind in Wien ausgesetzt."

Knalleffekt vor Prozess-Start: Psychiater glaubt, dass vor den vier Kindstötungen ein Baby von der Mutter ausgesetzt wurde.

Wien (OTS) - Knalleffekt kurz vor Beginn des spektakulären Prozesses gegen die des vierfachen Babymordes verdächtigten Gertraud A. in Graz. Die 32jährige Angeklagte dürfte vor den ihr angelasteten Taten bereits einmal ein Kind geboren haben, dieses aber lebend ausgesetzt haben. Das geht zumindest aus einer bisher unveröffentlichten "ergänzenden psychiatrischen Expertise" hervor, die in der morgen erscheinenden Ausgabe von NEWS zitiert wird. Darin führt der Grazer Gerichtspsychiater Friedrich Rous an, dass Gertraud A. "innerhalb eines kurzen Zeitraumes von etwas mehr als vier Jahren fünf Kinder geboren, das erste in Wien ausgesetzt, die nächsten vier kurz nach der Geburt zu Tode gebracht hat".

In der Anklage gegen die Frau ist von vier Babymorden die Rede, das fünfte Kind soll die Frau - laut Staatsanwalt - ebenfalls getötet haben. Allerdings im "Geburtsschock". Auf dem Grundstück und im Haus der Frau wurden jedoch nur vier Babyleichen, zwei Buben und zwei Mädchen, gefunden.
Zeugen sollen nun jedoch bestätigt haben, dass Gertraud A. bereits im Frühjahr 2000 schwanger gewesen sein soll, als sie noch in einer kleinen Garconniere in der Grazer Innenstadt wohnte. Dieser Babybauch soll allerdings im Juli 2000 "plötzlich weg gewesen sein".

Weiters ist evident, dass die Frau im Sommer 2000 für einige Tage nach Wien gereist sei. Und Fakt ist außerdem: Am 18. Juli 2000 war in einer öffentlichen Toilette im Schönbrunner Schlosspark ein neugeborenes Mädchen mit durchtrennter Nabelschnur gefunden worden. Stark unterkühlt aber lebend. Eingewickelt in ein Damen-T-Shirt. Auch die beiden, von der mutmaßlichen Täterin später getöteten Mädchen waren in Damen-T-Shirts eingewickelt.
Das Findelkind von Wien hat überlebt und ist inzwischen längst bei Adoptiveltern untergebracht.

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