AK: Vorschläge der EU-Kommission zu sauberer Luft sind viel zu schwach

Umwelt-Ministerrat muss dringend nachbessern

Wien (OTS) - Morgen, Donnerstag, beraten die Umweltminister über Luftreinhaltung und neue Abgaswerte für Autos. "Die EU-Kommission hat der Wirtschaft klein beigegeben und die Vorschläge aufgeweicht", kritisiert AK Umweltexperte Christoph Streissler, "die Luftverschmutzung wird auch die nächsten 15 Jahre erhebliche negative Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt haben." Beim besonders gefährlichen Feinstaub wird’s nur unverbindliche Immissions-Zielwerte geben. Und die Stickoxid- und Feinstaubgrenzwerte für Autoabgase sind ebenfalls viel zu hoch. Strengere Grenzwerte für eine saubere Luft sind nötig, fordert die AK. Der Ministerrat muss die Vorschläge nachbessern.

Für den besonders gefährlichen Anteil des Feinstaubs, der als PM2,5 bezeichnet wird, hat man sich in der EU nur auf unverbindliche Zielwerte einigen können. Bis 2010 soll dessen Konzentration 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten. Dass es anders geht, zeigen die USA: Dort gilt seit 1997 ein Limit von 15 Mikrogramm - und zwar verbindlich. Und auch bei den Grenzwerten für die Autoabgase, die wesentlichen Einfluss auf die Luftverschmutzung haben, ist die Kommission vor der Autoindustrie in die Knie gegangen:
Ab 2008 sollen neue Diesel-Pkw nicht mehr als 200 Milligramm Stickoxide pro Kilometer und nicht mehr als 5 Milligramm Feinstaub pro Kilometer ausstoßen. Dabei wären viel weiter gehende Senkungen nötig - und auch möglich: Mit Dieselpartikelfiltern könnte ein Wert von einem Milligramm Feinstaub erreicht werden. Und bei den Stickoxidwerten sind die Anforderungen in den USA um ein Vielfaches strenger. Anforderungen, die die europäischen Autohersteller für den amerikanischen Markt durchaus erfüllen, während sie in Europa weiterhin Autos mit schlechten Abgaswerten verkaufen wollen.

Die EU-Kommission hat berechnen lassen, dass die Feinstaubbelastung der Luft das Leben eines jeden Menschen in Europa um acht Monate verkürzt. Österreich steht da nicht besser da. Das sollte Anreiz genug sein, entschlossen gegen die Luftverschmutzung vorzugehen, fordert die AK. Da sich Österreich gerne als Umweltmusterland sieht, ist gerade von der österreichischen Präsidentschaft viel mehr Anstrengung bei der Bekämpfung der Luftverschmutzung nötig.

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