AK: Nachteile am Arbeitsmarkt endlich ausgleichen statt verstärken

AK fordert mehr Betreuungsplätze, Reform des Kinderbetreuungsgeldes, mehr nachhaltige Qualifizierungsmaßnahmen für Wiedereinsteigerinnen

Wien (OTS) - "Die Nachteile für Frauen am Arbeitsmarkt auszugleichen - das muss das wichtigste Ziel der Frauen- und Familienpolitik sein," fordert Ingrid Moritz, Leiterin der AK Abteilung für Frauen- und Familienangelegenheiten. Stattdessen setze die Bundesregierung Maßnahmen, die es Vätern und Müttern erschwere, Kind und Beruf zu vereinbaren: Kinderbetreuungsgeld gibt es maximal bis zum 36. Lebensmonat des Kindes - der Kündigungsschutz endet jedoch schon nach 24 Monaten. Die Zuverdienstregelungen machen es vor allem für besser qualifzierte Frauen und Männer schwierig, Kind und Beruf zu vereinbaren - und für Väter in Karenz gibt es nichts außer Lippenbekenntnisse, kritisiert Moritz. Mit der Steuerreform 2005 habe die Bundesregierung zusätzlich Anreize für Frauen geschaffen, ihre Erwerbstätigkeit einzuschränken: Kinderzuschläge zum Alleinverdienerabsetzbetrag gibt es nur dann, wenn die Partnerin nicht mehr als 6.000 Euro verdient. Während für das Familienpaket in der Steuerreform jährlich 230 Millionen Euro aufgewendet werden, gibt es für Kinderbetreuung vom Bund nur 700.000 Euro. "Diese Familienpolitik führt dazu, dass die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern im Verlauf des Berufslebens wächst und wächst, statt die Nachteile für Frauen auszugleichen," so Moritz.

Die Arbeiterkammer fordert:
Die Lücke in der Kinderbetreuung muss geschlossen werden:
notwendig sind 90.000 qualitätsvolle Betreuungsplätze, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen.

Statt das Kinderbetreuungsgeld ewig zu evaluieren, muss es endlich reformiert werden. Wer kürzer in Karenz geht, soll kein Kinderbetreuungsgeld verlieren, sondern dieses in kürzerer Zeit, dafür aber höher beziehen können. Außerdem muss der Zuverdienst er-leichtert werden, indem Eltern die Wahlmöglichkeit bekommen, sich für eine Arbeitszeitgrenze bis zu 24 Stunden wöchentlich anstelle der Geldgrenze zu entscheiden. Das ermöglicht auch mehr Vätern, sich für eine Phase der Kinderbetreuung zu entscheiden.

Notwendig sind auch mehr spezifische Qualifizierungsmaßnahmen für Wiedereinsteigerinnen, insbesondere soll die Karenzzeit bzw die Zeit des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld für berufliche Neuorientierung nutzbar gemacht werden.

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