"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Das kleinere Übel" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 07.03.2006

Wien (OTS) - Die Ukrainer toben, und das nicht ganz zu Unrecht:
Sie haben immerhin rund 40 Millionen Euro mehr für die Bank Burgenland geboten als die Grazer Wechselseitige. Trotzdem ist die Entscheidung des Landes mehr als verständlich.
Zu groß war die Angst, dass das Alternativangebot des ukrainischen Bieterkonsortiums um den Mischkonzern Ukrpodshipnik und das Stahlunternehmen Ilyich schlussendlich vor den Augen der heimischen Finanzmarktaufsicht keine Gnade finden könnte. Immerhin hätten die Ukrainer mit der Österreich-Konzession der Bank Burgenland ja freie Fahrt in der gesamten EU gehabt.
Die Finanzmarktaufsicht hat im Vorfeld erkennen lassen, dass sie die Seriosität der ukrainischen Eigentümer und die Kompetenz ihrer Manager sehr genau prüfen werde. Fürs Burgenland und für die Bank hätte das problematisch werden können. Immerhin war es seit Juni 2000 schon der dritte Anlauf, die einst marode, inzwischen aber sanierte Bank endlich zu privatisieren.
Wäre auch diesmal der Verkauf in letzter Minute geplatzt, hätte die burgenländische Landesregierung wohl nur noch inserieren können:
"Bank zu verkaufen - wer will mich?" Da war der Verzicht auf 40 Millionen Mehrerlös zugunsten einer allseits akzeptierten "österreichischen Lösung" wohl das kleinere Übel.

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