Neue Leitlinien für Wiederbelebung

Weniger neurologische Folgeschäden - Neuer Rhythmus für Herzmassagen

Wien (OTS) - Ende vergangenen Jahres wurden durch den Internationalen Wiederbelebungsrat (ILCOR) neue Leitlinien für die Reanimation von Erwachsenen und Kindern veröffentlicht. "Durch ihre Einführung in Österreich soll die Anzahl der Patienten, die den Kreislaufstillstand ohne neurologische Schäden überleben, deutlich gesteigert werden", betonte Univ.-Doz. Michael Baubin, der Vorsitzende des Österreichischen Wiederbelebungsrates (ARC), Montag in einer Presseaussendung.

Die neuen Leitlinien betreffen vor allem die Basis-Wiederbelebungs-Maßnahmen, die routinemäßige Anwendung einer milden Kühlbehandlung für Patienten, die nach einem Kreislaufstillstand auf die Intensivstation kommen, sowie die Prävention von drohenden Kreislaufstillständen bei kritisch kranken Patenten in den Spitälern.

Im Gegensatz zu früher, werden nun 30 Herzdruckmassagen im Wechsel mit zwei Beatmungen durchgeführt. Das neue Verhältnis 30:2 soll bei Erwachsenen und Kindern angewandt werden. Ziel der neuen Regeln ist es, unnötig lange Pausen bei der Herzdruckmassage zu vermeiden und gleichzeitig sowohl den Laien als auch dem medizinischen Fachpersonal das Erlernen und Behalten zu erleichtern. "Die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse haben uns gezeigt, dass in bis zu 50 Prozent der gesamten Reanimationsperiode keine Herzdruckmassage durchgeführt worden ist", berichtete Doz. Baubin. "Bedenkt man, dass das Gehirn nicht länger als vier Minuten ohne Sauerstoff sein darf, sind längere Pausen fatal, denn die Überlebenschance des Patienten sinkt pro Minute um bis zu 10 Prozent."

Doch auch die Elektroschockgeräte werden immer besser: Fortschritte in der Defibrillator-Technologie ermöglichen es, den lebensrettenden elektrischen Schock früher und effektiver anzuwenden. Ab nun wird nur mehr ein einzelner Defibrillationsschock abgegeben. Anschließend wird zwei Minuten im Verhältnis 30 zu 2 herzdruckmassiert und beatmet usw.. "Das Einzige, was man als Laie falsch machen kann, ist gar nichts zu tun", sind sich Rettungsorganisationen und ARC einig.

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