Ö1 und WDR 5 präsentieren gemeinsame Live-"Jazznacht" aus Köln

Wien (OTS) - Die "Österreich 1 Jazznacht" am Samstag, den 11. März (Beginn: 23.05 Uhr) kommt diesmal aus dem "Stadtgarten" in Köln und wird von Ö1 und dem Westdeutschen Rundfunk live übertragen. Fünf Ensembles treten in dieser Nacht auf, u. a. das Cologne Contemporary Jazz Orchestra, "Drei vom Rhein" und Turbo Pascale. Es moderieren Herbert Uhlir (Ö1) und Michael Rüsenberg (WDR 5).

Köln hat nie behauptet, deutsche Jazzhauptstadt zu sein. Dennoch gingen von Köln immer wichtige Impulse aus. Die Geschichte des deutschen Jazz wurde und wird von Köln mitgeschrieben. Der heute 77-jährige, in Italien geborene Jazzfan und Impresario Gigi Campi legte in den 1950er Jahren mit seiner Reihe "Concerts in Modern Jazz" einen Grundstein für den Jazz im noch weit gehend zerstörten Köln. Campi gründete das Plattenlabel Mod Records. Schwerpunkt war der damals beliebte Cool Jazz. Der Österreicher Hans Koller war damals gern und oft gesehener Gast der Kölner Szene. Campi erwies sich als unermüdlicher Initiator zahlreicher Jazzprojekte, er organisierte Konzerte, Tourneen und Festivals und gründete die Kenny Clarke-Francy Boland-Big Band. Ende der 1950er Jahre war Kurt Edelhagen, der 1952 Caterina Valente für seine Big Band "entdeckt" hatte, zum WDR gekommen. In seiner Formation fanden Musiker wie Jiggs Whigham, Peter Trunk, Benny Bailey oder der Österreicher Carl Drewo Platz. Edelhagen übernahm auch die Leitung der Jazzklasse an der Kölner Musikhochschule. Köln wurde zum Magneten für Jazzstudenten aus ganz Deutschland. Die 1960er Jahre waren die Jahre der Sessions in Lokalen wie dem "Metronome" oder dem "Kintopp Saloon". Die Talentehochburg Köln erwies sich als solide Basis für den Free Jazz mit Musikern wie Manfred Schoof oder Alexander von Schlippenbach.

In den 1970er Jahren geriet auch in Köln der Jazz in eine Krise. Die Möglichkeiten für Auftritte nahmen ab. Studenten gründeten die "Initiative Kölner Jazz Haus", eine auch kulturpolitisch wichtige Initiative. Der Zusammenschluss mit Bürgerinitiativen machte stark. 1986 wurde als ein Ergebnis der "Stadtgarten" eröffnet, ein bis heute reges "Jazzhaus". Durch die Initiative entwickelte sich auch ein Stil, der bald als Kölner Stil bekannt wurde, eine Mischung aus Tradition, Frank Zappa und dem Musiktheater Mauricio Kagels. Köln präsentiert sich heute als lebendige Jazzstadt mit ungebrochener Anziehungskraft. Auch für Österreicher/innen: Andy Haderer ist Leadtrompeter der Big Band des Westdeutschen Rundfunks (WDR), in der auch die Saxofonistin Karolina Strassmayer spielt. Der Saxofonist Nicolas Simion lebt ebenso in Köln wie der aus Berlin stammende Wahlösterreicher Achim Tang.

Im Rahmen der "Österreich 1 Jazznacht" am Samstag, den 11. März überträgt Ö1 ab 23.05 Uhr sieben Stunden Jazz aus Köln. Fünf Ensembles spielen in dieser Nacht im "Stadtgarten": das Cologne Contemporary Jazz Orchestra, eine Big Band, die seit 2002 im Stadtgarten residiert, Friedman/Liebezeit/Chisholm, "Drei Vom Rhein", Turbo Pascale und die Felix Heydemann Groove Connection. Mehr zum Programm von Österreich 1 ist abrufbar unter http://oe1.ORF.at (ih)

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