Leitl-Kritik an AK-Boss Kalliauer: "Niveaulose Polemik schürt bloß Ängste in den Betrieben!"

Linz (OTS) - Ungewöhnlich scharfe Kritik übte WKO-Präsident Dr. Christoph Leitl beim Bezirkstag des Wirtschaftsbundes Linz-Stadt am Wochenende an Oberösterreichs AK-Präsident Johann Kalliauer. Leitl bezog sich dabei nicht auf die Vorgänge in den Ranshofener AMAG-Werken sondern auf die seit rund zwei Jahren stetig niveauloser werdende Polemik des Arbeiterkammerchefs und Gewerkschaftsführers. Vor allem Kalliauers entstellte Darstellung der aktuellen Beschäftigungszahlen samt Negieren der jüngsten Beschäftigungsrekorde sei bestenfalls geeignet, Panik bei den Betrieben und innerhalb der Belegschaften zu erzeugen. Leitl wörtlich: "Mit seiner niveaulosen Polemik schürt Kalliauer bloß Ängste in den Betrieben. Unsere Betriebe brauchen aber keine Angstparolen sondern Hinweise, die Optimismus und Zuversicht schaffen."

Oder Kalliauers sinnverkehrter Vorwurf, die Wirtschaft würde weibliche Arbeitnehmer in Teilzeitjobs abdrängen. "Es ist eine Tatsache, dass in Österreich 27.000 Frauen eine Teilzeitbeschäftigung anstreben, um so Familie und berufliche Tätigkeit besser vereinbaren zu können."

Als "geradezu ungeheuerlich" bezeichnete WKO-Präsident Leitl die "Vermutungen" der AK, wonach oberösterreichische Betriebe in Hinkunft die ehrenamtlichen Tätigkeiten von Mitarbeitern - etwa bei der Feuerwehr oder dem Roten Kreuz - nicht mehr akzeptieren würden. Leitl: "Die Hochwasserkatastrophe 2002 und der gewaltige Einsatz unserer Betriebe ist noch in bester Erinnerung ...!"

Ähnlich inakzeptabel auch Kalliauers Ankündigung, eine "AK-Schwarzbuch" zu erstellen, in dem Unternehmen angeprangert werden sollen, die sich eine Verfehlung zuschulden kommen ließen. WKO-Präsident Leitl dazu: "Die weitaus meisten Betriebe arbeiten nicht nur fleißig sondern auch absolut korrekt. So wie die überwiegende Mehrzahl der Mitarbeiter auch. Mir käme es aber nicht im entferntesten in den Sinn, ein 'Schwarzbuch' über Beschäftigte zu veröffentlichen, die ihre Pflichten verletzt haben."

Das Erreichen eines Tiefpunktes in den sozialpartnerschaftlichen Beziehungen zwischen WKO und AK-Oberösterreich ortet Präs. Dr. Christoph Leitl jedoch nach den untergriffigen Äußerungen Johann Kalliauers zum Leitl-Konzept einer sogenannten "Jahresdurchrechnung" im Rahmen der Arbeitszeitflexibilisierung. Leitl: "Ich zeige mich immer offen für Sachargumente. Aber ich lasse mir von Herrn Kalliauer nicht sagen, hier handle es sich um eine 'Schnapsidee'. ÖGB-Präsident Verzetnitsch, dem die Sozialpartnerschaft ebenso wichtig ist wie mir, hätte sich niemals zu einer derartigen Äußerung hinreißen lassen."

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