Leitl sieht EZB-Entscheidung als Risiko: "Schluss mit weiteren Zinserhöhungen"

Jetzige Zinsrunde aus österreichischer Sicht nicht nachvollziehbar

Wien (PWK122) - Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, beurteilt die heutige Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen in der Eurozone um einen Viertelprozentpunkt auf 2,5 Prozent zu erhöhen, kritisch. Aus österreichischer Sicht - die Teuerungsrate ist hier zu Lande im Jänner deutlich auf 1,2 Prozent gefallen - sei der Zinsschritt "nicht wirklich nachvollziehbar", sagte Leitl. Auch aus einem europäischen Blickwinkel sei die Maßnahme als "risikoreich" einzustufen.

"Die Eurozone steht am Anfang einer seit langem erwarteten Aufschwungphase - eines Aufschwungs, den Europa angesichts von fast 19 Millionen Arbeitslosen braucht wie einen Bissen Brot", sagte Leitl. Das noch zarte Konjunkturpflänzchen dürfe jetzt nicht durch vorschnelle Maßnahmen in seinen Anfängen zerdrückt werden. Ansonsten würden die von den EU-Chefs richtigerweise ausgerufenen Prioritäten von mehr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung just kurz vor dem ersten Jahrestag der wiederbelebten Lissabon-Agenda konterkariert werden.

"Jetzt muss Schluss sein mit weiteren Zinserhöhungen", forderte Leitl. "Die Investoren brauchen Sicherheit und berechenbare Verhältnisse. Da geht es nicht, dass die Europäische Zentralbank alle paar Monate das Geld teurer macht." Außerdem sei die Basis für einen selbsttragenden Wirtschaftsaufschwung in Europa ungeachtet erster positiver Signale weiterhin nicht in Sicht.

Die jetzige Zinserhöhung trage sicherlich nicht dazu bei, die Stimmung bei Unternehmen und Konsumenten zu verbessern. "Ein weiterer Zinsschritt, der mancherorts bereits ventiliert wird, wäre endgültig Gift für die Wachstums- und Beschäftigungsziele der EU. EZB gegen EU? Das kann doch nicht sein!", unterstrich Leitl abschließend. (SR)

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