Ausweg aus dem Kreislauf von Armut und Behinderung

Wien (OTS) - Mehr als 70 Prozent der Menschen mit Behinderung
leben in Entwicklungsländern. Die Europäische Entwicklungspolitik schließt diese weltweit größte Minderheitengruppe weitgehend aus. Ein neues EU-Projekt unter Leitung der österreichischen Fachorganisation LICHT FÜR DIE WELT soll nun Abhilfe schaffen.

500 Millionen behinderte Menschen leben in den Armutsgebieten der Erde. Für 45 Millionen behinderte Kinder ist die Situation lebensbedrohlich, von Rehabilitationsmaßnahmen und Ausbildung ganz zu schweigen. "Nicht einmal fünf von 100 behinderten Kindern in Entwicklungsländern haben Zugang zu Schulbildung oder medizinischer Versorgung. Es ist untragbar, dass die Europäische Entwicklungspolitik davor die Augen verschließt!", so Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT. Anlass für das heutige Pressegespräch in Wien ist ein Licht am Ende des Tunnels, sucht doch die Europäische Kommission selbst mit der Unterstützung eines soeben gestarteten EU-Projekts einen Ausweg aus dem Dilemma. Zwölf Nichtregierungsorganisationen aus zehn verschiedenen EU-Mitgliedsländern arbeiten mit vereinten Kräften an der effizienten Umsetzung: "Ziel der Initiative ist die Sichtbarmachung der Probleme und die Entwicklung von Werkzeugen für die konkrete Umsetzung anhand von praxiserprobten Modellen in der Europäischen Entwicklungszusammenarbeit", so Isabelle Wahedova, Projektkoordinatorin in Brüssel.

EU größter Geldgeber für die Entwicklungszusammenarbeit in Afrika

Sophie Beaumont, Liason Officer von LICHT FÜR DIE WELT in Brüssel erläutert die Tragweite dieses neuen EU-Projekts: "Die Europäische Union stellt als größter Geldgeber 60 Prozent der finanziellen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit in Afrika. Dieses EU-Projekt startet zum richtigen Zeitpunkt, befinden wir uns doch mitten in der Revision der finanziellen Rahmengesetzgebung der Europäischen Union. Die österreichische Ratspräsidentschaft kann hier wichtige Impulse setzen." Petra Bayr ist als Nationalratsabgeordnete Vorsitzende des Entwicklungspolitischen Unterausschusses und appelliert an die österreichische Politik: "Die Fakten liegen auf dem Tisch und schreien nach politischer Aktion. Die Rolle des Parlaments muss hier eine offensive und fortschrittliche sein. Am 19. Jänner hat das EU-Parlament in einer Resolution verstärkte Anstrengungen zur Integration behinderter Menschen in der Entwicklungspolitik gefordert."

Die zwölf Partnerorganisationen des EU-Projekts:

LICHT FÜR DIE WELT (Österreich), Handicap International (Frankreich und Luxemburg), CBM (Deutschland), AIFO (Italien), DCDD (Niederlande), National Disability Council of the Netherlands (Niederlande), eRko (Slowakei), Healthlink (Großbritannien), PHOS (Belgien), SHIA (Schweden), DPI Italia (Italien), Group Francais des Personnes Handicappees (Frankreich)

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Gabriel Müller, Pressesprecher LICHT FÜR DIE WELT
Tel. 01/810 13 00 - 27
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