Ärzte begrüßen die Coloskopie in der Vorsorge

Wawrowsky: "Hauptverband erschwert Lösung mit Ärzten"

Wien (OTS) - Eine "hervorragende Errungenschaft" ist nach Ansicht der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) die Aufnahme der Coloskopie (Darmspiegelung) in den Maßnahmenkatalog der neuen Vorsorgeuntersuchung. Österreich sei eines der ersten Länder in Europa, das die Coloskopie im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen anbieten wolle, hieß es heute in einer Aussendung der Bundeskurie. Gleichzeitig übte der stellvertretende Obmann der niedergelassenen Ärzte, Dr. Günther Wawrowsky Kritik am Hauptverband. Dessen Vertreter seien bis heute nicht bereit, mit den Ärzten eine Vereinbarung über die Honorierung der neuen Vorsorgeuntersuchung zu erzielen. "Das bedeutet, dass wir zwar ein ausgezeichnetes neues Instrument für die Vorsorge haben, dessen Bedeutung für die Früherkennung von Darmkrebs unumstritten ist, aber leider gibt es keine Finanzierung dafür", erklärte Wawrowsky.

Aus medizinischer Sicht sei es "völlig unverständlich", warum der Hauptverband der Sozialversicherungsträger eine gesamtvertragliche Regelung über die Coloskopie seit Monaten behindere. Zumal die niedergelassene Ärzteschaft auch bereit sei, sämtliche Qualitätsauflagen des Hauptverbands hinsichtlich der Vorsorgeuntersuchung zu erfüllen. Wawrowsky: "Aber entsprechende Mittel will der Hauptverband dafür nicht zur Verfügung stellen. Stattdessen beruft er sich auf ökonomische Zwänge und leere Kassen." Wawrowsky erinnerte daran, dass beim Start der neuen Vorsorgeuntersuchung zugesichert worden sei, zusätzliche Mittel dafür aus der seit Jänner 2005 erhöhten Tabaksteuer zur Verfügung zu stellen. Erwartet wurden aus dieser Maßnahme seinerzeit erhebliche Mehreinnahmen, die offenbar nicht eingetroffen sind. "Es ist traurig, dass der Hauptverband es nicht schafft, für diesen wichtigen Zweck Mittel zu mobilisieren - auch unabhängig von der Tabaksteuer", so der stellvertretende Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte. Momentan gebe es daher nur in Tirol und in Niederösterreich die Coloskopie als Vorsorgeuntersuchung. In allen anderen Bundesländern werde sie nach wie vor als kurative Leistung angeboten.

"Am kommenden Mittwoch sind weitere Verhandlungen angesetzt und wir erwarten uns angesichts des gesundheitspolitischen Wunsches nach einer Verbesserung der Vorsorge einen erfolgreichen Abschluss unserer Gespräche", so Wawrowsky abschließend.

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