EU-Seminar Content for Competitiveness 2

Wien (OTS) - Auf Initiative von Medienstaatssekretär Franz Morak findet gegenwärtig in Wien eine zweitägige Konferenz zum Thema "Content for Competitiveness" statt.

Pekka Himanen vom finnischen "Institute for Information Technology" stellte im Eröffnungsteil der Veranstaltung die Bedingungen für erfolgreiche Technologieentwicklung am Beispiel des Silicon Valley vor. Als unverzichtbare Parameter für erfolgreiche Innovationen nannte Himanen talentierte Menschen, Management- und Finanzierungsstrukturen und das Vorhandensein einer Kreativitätskultur. Diese drei Faktoren hätten, so Himanen, den Aufstieg von Silicon Valley ermöglicht, verbunden mit einer breiten Öffnung des Arbeitsmarktes für ausländische Arbeitskräfte. So stammen inzwischen rund 1/3 aller Ingenieure und Techniker aus dem asiatischen Bereich und 40% aller Leitungsfunktionen werden von Nichtamerikanern besetzt. Diese Offenheit und eine vergleichbare Management- und Finanzierungsstruktur fehlen in Europa, so Himanen. Hingegen habe Europa eine ausgezeichnete und breite Bildungsstruktur auf seiner Habenseite zu verzeichnen. Nachteilig wirke sich jedoch der Mangel an Risikokapital für die Entwicklung neuer Produkte in Europa aus. In den USA stehen dafür jährlich mehrere Milliarden Dollar zur Verfügung. Himanen forderte daher zu einem Mentalitätswechsel auf, in der auch Misserfolge als normal akzeptiert und Neustarts zum Alltag gehören. Himanen: "Europa braucht Kreativitätskultur, start up Unternehmen, unternehmerisches Denken und eine Kultur, die auch Misserfolge akzeptiert und immer wieder einen Neustart ermöglicht. Diese Kreativitätskultur ist das allerwichtigste Element für die Zukunft in einer Wettbewerbsgesellschaft."

Michael Holoubek vom Institut für Öffentliches Recht an der Wiener Wirtschaftsuniversität und Experte für Medienrecht präsentierte eine Studie zu den Grundlagen und Rahmenbedingungen der Content-Regulierungen in Europa. Diese Untersuchung entstand in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt. Holoubek wies darauf hin, dass das Gemeinschaftsrecht diesen Industriebereich bislang nicht in einem einheitlichen abgeschlossenen Regelungsrahmen erfasse, sondern nur durch eine Vielzahl von Regulierungen. Ungeachtet dieser Zersplitterung wiesen jedoch die zahlreichen Regelungen nur geringe Widersprüche auf, so Holoubek. Als Ergebnis der Studie sprachen sich die Rechtswissenschafter daher auch gegen eine Zusammenführung aller Rechtsbestimmungen in ein Regulierungswerk und Schaffung eines "Supergesetzes" aus. Die Autoren der Studien plädierten jedoch für ein "Netzwerk von Regulierungen". Dieses Netzwerk der Regulierungssysteme sollte die EU und die Mitgliedsstaaten gleichermaßen erfassen. Darüber hinaus empfahlen sie angesichts der raschen technologischen Veränderungen verbunden mit neuen Möglichkeiten für die Produktion, Nutzung und Anwendung die Formulierung von EU weit gültigen allgemeinen Prinzipien und Leitlinien. Dieses Leitbild einer EU Contentpolitik müsse jedoch mehr sein als die Summe von nationalen Regulierungen, so Holoubekt.

Notwenig erachteten die Autoren darüber hinaus eine "offene" Diskussion im Bereich der Contenregulierungen über die Rechtszersplitterung zwischen kommerziellen und kulturellen Faktoren Während die kulturellen Aspekte in die legislative Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten fallen, sind die kommerziellen Aspekte Teil der EU weiten Normierung. Holoubek ortete darin wettbewerbsrechtliche Nachteile für die EU in der globalen Wirtschaft. Er sprach sich für einen Ausgleich zwischen Kultur und Kommerz aus, in der gleichwohl Marktstrukturregelungen im Sinne der kulturellen

Information zur Konferenz: www.contentconference.at

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