Grillitsch: Wir brauchen europaweit einheitliche Regelungen für GVO-Koexistenz- und Haftungsfragen

Mehrkosten für Bauern müssen gerecht abgegolten werden

Wien (ÖVP-PK) - Der Umgang mit Gentechnik ist eine Schlüsselfrage für die Landwirtschaft in den nächsten Jahren. Was wir brauchen, ist eine ehrliche und sachliche Diskussion und keine Hetzkampagnen. Dem Bauernbund sind in dieser Diskussion mehrere Punkte besonders wichtig: Wir brauchen europaweit einheitliche Regelungen für Fragen der Koexistenz und der Haftung. Die Bauern müssen weiter frei entscheiden können, gentechnikfrei zu produzieren. Die zu erwartenden Preiserhöhungen für GVO-freie Futtermittel dürfen nicht auf die Bauern abgewälzt werden. Und die Haftung für Verunreinigungen darf nicht beim Bauern hängen bleiben. Das sagte der Präsident des Österreichischen Bauernbundes, ÖVP-Abg. Fritz Grillitsch, bei der heutigen Gentechnik-Debatte im Nationalrat. ****

Grillitsch hob hervor, dass laut Studien alleine im Bereich der Milchviehfütterung mit einer Preiserhöhung von fünf bis acht Prozent zu rechnen sei. "Die Produktion von genetisch verändertem Soja hat nämlich dazu geführt, dass GVO-freie Futtermittel teurer wurden. Zu den Umstellungs- und Investitionskosten kommen noch erhöhte Kontroll-, Untersuchungs- und Verwaltungskosten. Diese Mehrkosten für die Bauern müssen gerecht und dem erhöhten Aufwand entsprechend abgegolten werden."

Kritik an den Grünen

Scharfe Kritik übte der Bauernbundpräsident an der Forderung des Grünen Agrarsprechers Pirklhuber, den Einsatz von gentechnikfreiem Saatgut zur Teilnahmevoraussetzung für das Umweltprogramm ÖPUL zu machen: "Nicht nur, dass dieser Vorschlag sachlich falsch ist, weil es sich beim ÖPUL um ein freiwilliges Programm handelt. Er würde auch die Biolandwirtschaft in Österreich, deren Trumpf unter anderem die gentechnikfreie Produktion ist, massiv gefährden. Der Abgeordnete Pirklhuber, der selber kein Biobauer ist, gibt zwar immer vor, den Biobereich schützen zu wollen. In Wirklichkeit nimmt er aber dessen Zerstörung bewusst in Kauf. Die Grünen betreiben in diesem Punkt wie in so vielen anderen auch nichts anderes als ihre übliche ideologische Panikmache, die von uns strikt abgelehnt wird." Außerdem sprach sich Grillitsch in diesem Zusammenhang gegen weitere Auflagen zum Nulltarif aus: "Es ist nämlich keinesfalls garantiert, dass die Bauern durch Gentechnik-Verzicht am Markt entsprechend höhere Preise lukrieren können."

Dem Bauernbund ist es wichtig, dass Fördermaßnahmen wie etwa im ÖPUL unabhängig von der Gentechnik-Debatte bleiben müssen. "Das gilt auch im Zusammenhang mit der Gentechnikfreiheit österreichischer Nationalparks. Die Gentechnikvorsorgegesetze der Bundesländer berücksichtigen die Schutzziele kraft ihrer Naturschutzkompetenz eigenständig", so Grillitsch.

Abschließend betonte der Bauernbundpräsident, dass es im April in Wien eine Konferenz zum Thema Gentechnik geben wird, wo unter anderem über Regelungen bei der Koexistenz offen diskutiert werden soll. (Schluss)

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