ÖGB: Februar-Rekordarbeitslosigkeit verstärkt Sorge des ÖGB um den Arbeitsmarkt

Leitender Sekretär Dr. Richard Leutner: "Mehr als 68.000 junge Menschen unter 25 Jahre haben keine Chance sich am Arbeitsmarkt zu platzieren"

Wien (ÖGB) - Die höchste Februar-Arbeitslosigkeit der Zweiten Republik verstärkt die Sorge des ÖGB um den Arbeitsmarkt. "Die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen reichen nicht aus", kritisiert Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB, angesichts der heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten. Danach waren Ende Februar 2006 mehr als 370.000 Menschen in Österreich ohne Beschäftigung, davon 68.000 junge Menschen unter 25 Jahre, die keine Chance haben, sich am Arbeitsmarkt zu platzieren.++++

Auch wenn die Zahl der in Schulung befindlichen Personen im Vergleich zum Vorjahrsmonat um 7.843 oder 15,3 Prozent gestiegen ist, sei dies kein Grund für Jubel. "Notwendig wäre die Schaffung von Arbeitsplätzen. Sonst haben wir dann zwar höher qualifizierte Arbeitskräfte - die aber auf längere Sicht wieder auf der Straße stehen und weiter einen Job suchen", so Leutner.

Leutner fordert auch ein Umdenken in den Betrieben: "Es kann nicht sein, dass von den ArbeitnehmerInnen ständig Flexibilisierung verlangt wird, die es sowieso schon gibt. Auch die Unternehmen müssen flexibler agieren. Etwa indem sie älteren Personen eine Chance geben oder für junge Menschen einen Ausbildungsplatz schaffen".

"Der ÖGB hat in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder Vorschläge gemacht, wie die Arbeitslosigkeit bekämpft werden kann", erinnert Leutner. Der ÖGB fordert folgende langfristige Maßnahmen für den österreichischen Arbeitsmarkt:

O Eine Steuerentlastung von einer Milliarde Euro zur Stärkung kleiner und mittlere EinkommensbezieherInnen. Das würde die Binnennachfrage ankurbeln.
O Die Verdoppelung der Negativsteuer von 110 auf 220 Euro.
O Die Anhebung des Kilometergeldes auf 0,42 Euro.
O Eine Anhebung der Pendlerpauschale um weitere zehn Prozent.
O Die Anpassung des Verkehrskostenabsetzbetrages an die Preissteigerungen.

Durch diese Maßnahmen würden zumindest 30.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. "Das bringt dem Finanzminister auch mehr Einnahmen", so Leutner. Denn eine höhere Arbeitslosenquote von einem Prozent bringe mehr als eine Milliarde weniger Steuern. (fl)

ÖGB, 2. März
2006 Nr. 136

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