Krainer zu gentechnikfreien Zonen: Mit dem Möglichen beginnen, um das Unmögliche zu erreichen

Wien (SK) - "Wir wollen mit dem Möglichen beginnen, um das Unmögliche zu erreichen", so SPÖ-Umweltsprecher Kai Jan Krainer am Donnerstag im Nationalrat zur Erhaltung des gentechnikfreien Anbaus in der Landwirtschaft. Krainer stellte fest, dass der gescheiterte Ansatz des Landes Oberösterreich, ganz Oberösterreich zur gentechnikfreien Zone zu erklären, deshalb gescheitert sei, weil man das Unmögliche zuerst wollte. Krainer schlug vor, zuerst die Nationalparks in einem ersten Schritt zu gentechnikfreien Zonen zu erklären, um dann in einem zweiten Schritt weitere Gebiete, wie Vogelschutzparks oder Natura 2000-Gebiete, mit einzubeziehen. "Wir müssen aktiv und offensiv an diese Frage herangehen", so Krainer. ****

Gentechnik sei, wie andere politische Gebiete auch, bisher aus dem Parteienstreit herausgehalten worden, so Krainer, der dies damit begründete, dass auch ein breiter Konsens in der österreichischen Bevölkerung bestehe. "Es gibt fünf verschiedene Möglichkeiten, sich gegen Gentechnikeinsatz zur Wehr zu setzen", sagte Krainer. Die erste Möglichkeit seien nationale Verbotsverordnungen. Dieser Option drohe aber auf europäischer Ebene das Aus. Eine zweite Herangehensweise sei die Koexistenz, wo mit Abstandsregelungen zwischen konventioneller und gentechnisch veränderter Landwirtschaft gearbeitet werde. "Dieser Weg sollte auch weiter verfolgt werden", betonte Krainer. Weitere Möglichkeiten seien strengere Haftungsregelungen, die Kennzeichnung von Lebensmitteln, sowie gentechnikfreie Zonen.

Aus diesem Grund brachte Krainer einen Entschließungsantrag ein, in dem die österreichische Bundesregierung aufgefordert wird, gemeinsam mit den Ländern in den Nationalparks gentechnikfreie Zonen zu schaffen. "Der Bund soll die Länder unterstützen und das nötige Know how zur Verfügung stellen", sagte Krainer. Das Land Oberösterreich sei mit seinem Ansinnen, ganz Oberösterreich zur gentechnikfreien Zone zu erklären, gescheitert. Deshalb solle man dort beginnen, wo niemand etwas dagegen sagen und tun könne. "In einem ersten Schritt sollen die Nationalparks zu gentechnikfreien Zonen erklärt werden, in einem zweiten Schritt sollen weitere Gebiete folgen", erläuterte Krainer, der auf Natura 2000-Gebiete und Vogelschutzgebiete verwies. "Wir wollen mit dem Möglichen beginnen, um das Unmögliche zu erreichen", so Krainer, der abschließend betonte, dass es traurig und enttäuschend wäre, wenn die Regierungsparteien in dieser Frage den vier Parteienkonsens verlassen würden. (Schluss) js

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