Feinstaub für Gorbach

Greenpeace: Tempo 160 wird Probleme nicht lösen

Bregenz (OTS) - Mehr als dreißig Greenpeace-Aktivisten aus ganz Österreich messen seit heute früh am Eingang des Bregenzer Pfändertunnels die Umweltbelastung mit Feinstaub PM 10 und Ultrafeinstaub PM 2,5. Nachdem über zwei Meter große Luftballons mit der massiv belasteten Tunnelluft aufgeblasen worden sind, übergeben die Aktivisten diese Luftproben beim Bregenzer Festspielhaus an Bundesminister Hubert Gorbach, der in "seinem" Bundesland zu einem informellen EU-Verkehrsministertreffen geladen hat.

An Feinstaub PM 10 enthalten die Luftballons 1500 Mikrogramm pro Kubikmeter (die dreißigfache [!] Menge der in Österreich erlaubten Höchstbelastung), an dem in Österreich nicht geregelten Ultrafeinstaub PM 2,5 rund 300 Mikrogramm/Kubikmeter (was dem 15fachen des in den USA erlaubten Grenzwertes entspricht).

"EU-Vorsitzender Hubert Gorbach möchte mit seinen Kollegen über Verkehrssicherheit diskutieren. Mit Sicherheit wissen wir jedenfalls, dass in Europa jährlich rund 350.000 Menschen in Folge erhöhter Belastung mit Ultrafeinstaub sterben", führt Greenpeace-Verkehrssprecher Erwin Mayer ins Treffen. Sowohl bei der Anzahl an Verkehrstoten aus Unfällen als auch bei Todesopfern in Folge der Feinstaub-Belastung liegt Österreich im oberen EU-Mittelfeld: Über 5500 vorzeitige Todesfälle sind auf die Gesamtbelastung mit Feinstaub zurückzuführen, mehr als 2400 dieser Todesfälle sind Opfer der Verkehrs-Emissionen im Land. Auf europäischer Ebene wurde der Verkehrsanteil an den Gesamt-Emissionen von Feinstaub bisher noch nicht errechnet.

Österreichs Antwort auf diese massive Bedrohung ist der Versuch von Verkehrsminister Gorbach, ab 2. Mai des Jahres eine zwei bis drei Monate währende Teststrecke für Tempo 160 einzuführen. Damit ist Österreichs Regierung neben Deutschland die bisher einzige unter den EU 25, die über eine Erhöhung des Tempolimits in diesem Ausmaß nachdenkt. Im Rest Europas liegen die Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen durchwegs zwischen 110 und 130 Kilometern pro Stunde.

"Der Verkehrsminister eines Landes, das zu Europas trauriger Spitzengruppe bei Todesopfern in Folge des stark anwachsenden Verkehrs zählt, denkt vorrangig über eine Erhöhung des Tempolimits nach", kritisiert Greenpeace-Sprecher Mayer. "Greenpeace fordert dagegen eine menschengerechte Verkehrspolitik mit weniger Abgasen und Lärm anstelle von abstrusen Tempo 160-Projekten", so Mayers Botschaft an Verkehrsminister Gorbach.

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