Kopietz zum Ableben von Altbürgermeister Leopold Gratz: "Er war Humanist und Visionär!"

Wien (SPW) - Der ehemalige Parlamentarier, Minister, Nationalratspräsident und nicht zuletzt langjährige Wiener Bürgermeister Mag. Leopold Gratz ist am 2. März 2006 im 77. Lebensjahr verschieden. "Durch den Tod von Leopold Gratz verliert die Wiener Sozialdemokratie einen Freund, der mit Leib und Seele Politiker war", drückte der Landesparteisekretär der SPÖ Wien, Harry Kopietz seine tiefe Trauer über das Ableben des langjährigen SP-Politikers aus. "Mit dem Namen Leopold Gratz sind nicht nur die großen gesellschaftlichen und sozialen Errungenschaften der Ära Kreisky, sondern auch und vor allem der Aufstieg Wiens zur offenen, pulsierenden Weltstadt, zur Stätte der Begegnung, verbunden. Uno-City, Konferenzzentrum und die in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts beginnende Ansiedlung von internationalen Konzernen legen beredtes Zeugnis darüber ab", hob Kopietz hervor. "Auch die Gestaltung der Donauinsel zum Freizeitparadies der Wienerinnen und Wiener sowie die Errichtung der U-Bahn, aber auch der Beginn der intensiven Stadterneuerung, sind mit dem Namen Gratz eng verbunden. Und nicht zuletzt übernahm Wien mit tatkräftiger Unterstützung von Leopold Gratz eine wesentliche Vermittlerrolle im Dialog zwischen den unterschiedlichen Gesellschaftssystemen im damals noch geteilten Europa". Dabei habe sich Gratz wie ebenso bei seinen anderen Tätigkeiten für die Menschen stets von seinen zutiefst humanistischen Grundsätzen leiten lassen, betonte Kopietz.****

Leopold Gratz wurde 1929 in Wien geboren. Nach Abschluss seines Studiums trat Gratz zunächst als Vertragsbediensteter in das Landesarbeitsamt Wien ein, bevor er 1953 Angestellter des SPÖ-Parlamentsklubs wurde. 1963 wurde Leopold Gratz vom Land Wien in den Bundesrat entsandt, im März 1966 erfolgte der Wechsel in den Nationalrat. Nach dem Wahlsieg der SPÖ im Jahr 1970 berief der damalige Bundeskanzler Kreisky Gratz als Unterrichtsminister in die Bundesregierung. Im Zuge der Regierungsumbildung nach den Neuwahlen 1971 schied Gratz aus der Bundesregierung wieder aus und übernahm die Funktion des geschäftsführenden SP-Klubobmanns im Parlament, die er bis Juni 1973 ausübte. Im selben Jahr übernahm Leopold Gratz vom in den Ruhestand scheidenden Felix Slavik das Amt des Bürgermeisters und des Landeshauptmannes von Wien. Als Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien wurde Gratz auch zum Landesparteivorsitzenden der SPÖ Wien und zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPÖ gewählt.

Im September 1984 wurde Gratz in der Regierung unter Kanzler Sinowatz Außenminister, bis er sich im Juni 1986 aus der Regierung zurückzog. Im Dezember 1986 kehrte er in den Nationalrat zurück und wurde zum Nationalratspräsidenten gewählt. Diese Funktion übte Gratz bis zu seinem Rückzug in den Ruhestand im Jahr 1989 aus.

"Leopold Gratz hat noch im hohen Alter intensiven Anteil am politischen Leben genommen und sein fachkundiger Rat war immer willkommen und hoch geschätzt. Sein Wirken hat unauslöschbare Spuren hinterlassen. Er war, ist und wird weiterhin Vorbild für uns alle sein. Er hat unendlich viel gegeben und wird uns allen fehlen. Unsere ganze Anteilnahme und unser Mitgefühl gehören nun seiner Familie", gab Kopietz seiner tiefen Trauer abschließend nochmals Ausdruck. (Schluss)

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