Iran: Attacke auf "Zur Zeit"

"Zur Zeit" tritt trotzdem für die Belange des iranischen Volkes und der islamischen Welt ein

Wien (OTS) - "Nachdem wir uns bisher immer politisch und publizistisch für die Belange des iranischen Volkes wie der gesamten islamischen Welt eingesetzt und den imperialistischen Zionismus sowie die Weltpolizei-Bestrebungen der USA verurteilt haben, nehmen wir mit Bedauern das Fax der Botschaft der Islamischen Republik Iran in Wien zur Kenntnis,", erklärt der Chefredakteur und Mitherausgeber der Wochenzeitung "Zur Zeit", Andreas Mölzer. Die Botschaft der Islamischen Republik Iran hatte in dem Fax die in der Ausgabe 8/06 am 24. Februar 2006 veröffentlichten Mohammed-Abbildungen verurteilt. Selbstverständlich habe die "Zur Zeit" tiefen Respekt vor den Tabus anderer Religionen. Die Berufung auf ebendiese Tabus dürfe allerdings nicht zum Vorwand genommen werden, die in Europa herrschende Meinungsfreiheit einzuschränken, so Mölzer weiter.

Nichtsdestotrotz habe sich "Zur Zeit" bei der Thematisierung des durch die Veröffentlichung der Karikaturen des Propheten Mohammed zwischen Europa und der islamischen Welt entstandenen Konflikts um eine ausgewogene Berichterstattung, wie es der journalistischen Sorgfaltspflicht entspricht, bemüht. So wurde der Botschafter der Islamischen Republik Iran eingeladen, in einem Interview Stellung zu beziehen. Er hat dies allerdings abgelehnt. Trotzdem hat die "Zur Zeit" mit dem Interview des Islamkenners Peter Scholl-Latour wie auch mit den übrigen zu diesem Thema in der Ausgabe 8/06 veröffentlichten Beiträge für die Darstellung des anderen Standpunktes gesorgt. Die Abbildung der Mohammed-Karikaturen geschah deshalb weder aus Sensationslust noch in der Absicht, Muslime auf irgendeine Weise zu beleidigen, sondern um den Lesern eine Gelegenheit zu bieten, sich vom Stein des Anstoßes ein Bild zu machen, wie auch dies den europäischen journalistischen und publizistischen Prinzipien entspricht, erklärt Mölzer abschließend.

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