Inseriert nicht in der "Krone"!

"Presse"-Glosse von Michael Fleischhacker

Wien (OTS) - Der "Inseraten-Skandal" zeigt: Der Pluralismus im österreichischen Parteiensystem beschränkt sich auf unterschiedliche Arten der Peinlichkeit.

Werner Schwab, der früh verwichene Buchstabenberserker aus der Grazerstadt, hatte für solche Angelegenheiten die perfekte Aufforderung im Programm: "Sagen Sie es ruhig noch peinlicher!" Und siehe, er ward erhört. Die Gemeinsamkeit zwischen den Olympia-Inseraten des Villacher Bürgermeisters (SPÖ), eines Kärntner Landesrates (SPÖ), des niederösterreichischen Landeshauptmanns (Pröll) und der österreichischen Bundesregierung (ÖVP) ist die Tatsache, dass die Herrschaften ihr Publikum für intellektuell kaum unterforderbar halten. Das zeigt sich sowohl in den Texten, die jeden Südkurven-Knofel als Büchnerpreis-Gewinner erscheinen lassen, als auch in der Idee, dass der Durchschnittsbürger schlicht genug sein würde, die Inserate als Unterstützung unserer lieben Sportler gegen die böse italienische Anti-Doping-Mafia zu lesen und nicht als banale Parteienwerbung im beginnenden Wahlkampf.
Nicht viel ermutigender ist der Vorschlag des SPÖ-Rechnungshof-Sprechers Kräuter: In Zukunft, meinte er, solle unter jedem Inserat der Regierung die Tatsache vermerkt werden, dass die Kosten dafür vom Steuerzahler getragen würden. Aber geh, und die SPÖ-Inserate zahlt der Weihnachtsmann, weil er den Gusi so süß findet oder wie?
Liebe Leute, wichtig ist nur eins: Wenn ihr schon für Peinlichkeiten Geld ausgeben wollt, dann tut es doch bei uns und nicht in der "Krone". Lei lei!

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