KOMMENTAR von Brigitte Burger. ,,Blechtrottel´´ und 50-Cent-WC

Klagenfurt (OTS) - Bahn fahren, Nerven sparen, der Slogan ging
einst ins Ohr. Heute fahren die ÖBB mit anderem Kaliber auf, im Bemühen,der Konkurrenz der Billigflieger Paroli zu bieten. So setzt man auf den bis zu 230 Stundenkilometer schnellen "Railjet", der ab 2008 neue Standards setzen und über eine Million neue Fahrgäste jährlich auf die Schienen bringen soll.

Eine Möglichkeit zu punkten wäre die Servicequalität, auf die die Billigairlines aus Kostengründen zunehmend verzichten. Eine Chance, die die ÖBB aber offensichtlich nicht nutzen wollen. So müssen -vorerst auf Pilotstrecken - die Fahrkarten bei Ticket-Automaten gelöst werden, denen Experten attestierten: "So knausrig mit Informationen wie ein mürrischer Schalterbeamter und so unflexibel wie ein Blechtrottel." Wer das nicht schafft und ohne Ticket erwischt wird, zahlt 60 Euro Strafe. Früher löste man die Karte - gegen einen geringen Aufpreis - beim Schaffner.

Ein weiteres Beispiel: Mit einer 15-Euro-Aktion werben die ÖBB um Familien, während Bahnhof-WCs zugesperrt werden oder Eltern, die mit dem Nachwuchs verreisen, sich vergewissern sollten, dass sie ein 50-Cent-Stück eingesteckt haben, ohne das ihnen und ihren Kleinen, die dringend "müssen", der WC-Bereich verschlossen bleibt. Unter diesen Umständen kann Bahnfahren eher Nerven kosten.

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