Anti-Doping: Maier gegen Kriminalisierung, für Verrechtlichung der Kontrollen und Sanktionen

Versachlichung der Diskussion notwendig - Ja zu einem Anti-Doping-Gesetz

Wien (SK) - "Es ist erfreulich, dass die Dopingtests der österreichischen Wintersportler negativ waren, trotzdem müssen die weiteren Ermittlungen des IOC abgewartet werden, da noch zu klären ist, ob Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen nachgewiesen werden können", erklärte der Salzburger SPÖ-Abgeordnete Johann Maier am Samstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Außer Streit steht aus Sicht der SPÖ, dass die Vorfälle in Sestriere gezeigt haben, wie notwendig ein Anti-Doping-Gesetz in Österreich ist, so Maier. ****

Da "die Öffentlichkeit in den vergangenen Tagen mit einer Vielzahl von Falschinformationen versorgt wurde", sieht sich Maier dazu veranlasst, "einige Klarstellungen zu treffen". Wie der SPÖ-Abgeordnete erklärte, "geht es im Kampf gegen Doping im Sport selbstverständlich nicht um die Kriminalisierung von Sportlern. Mit einem Anti-Doping-Gesetz muss eine Verrechtlichung der Dopingkontrollen und Verfahren auf Basis des WADA-Codes, inklusive entsprechender Rechtsmittelverfahren zum Schutz der Sportler und Sanktionen geschaffen werden", unterstrich Maier. Des weiteren ist die Anerkennung von Doping-Entscheidungen internationaler Sportverbände sicherzustellen, unterstrich Maier. Auffallend sei jedenfalls derzeit eines: "Sobald die weltweit geltenden Dopingbestimmungen angewandt werden sollen, werden sie in Frage gestellt, wird mit fehlender Information und der Benachteiligung von Sportlern argumentiert. Das ist der falsche Weg", kritisierte der SPÖ-Abgeordnete.

Maier stellt klar: "Die derzeit gültigen Anti-Doping-Bestimmungen (WADA-Code) sind weltweit harmonisiert und für alle Verbände gültig. Sie werden von allen internationalen Verbänden, auch der FIS, vollinhaltlich akzeptiert. Die Bestimmungen gelten in vollem Umfang auch für österreichische Sportler, weil auch Österreich den WADA-Code bindend übernommen hat. Alle österreichischen Verbände und sogar deren KadersportlerInnen erhalten jährlich vom ÖADC (Österreichisches Anti-Doping-Comité) eine Informationsbroschüre, die alle gültigen Bestimmungen enthält, inklusive der Zusatzbemerkungen, die auch es medizinischen Laien ermöglicht, die Bestimmungen umzusetzen."

Die etwa vom ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel mehrfach zitierte Liste der verbotenen Medikamente bzw. Wirkstoffe enthalte laut Maier derzeit knapp 600 Medikamente. Zugelassen seien in Österreich laut Codex mehr als 6.000 Medikamente, "das heißt, es gibt ausreichend Alternativmedikamente im Krankheitsfall". Sofern für einen Sportler nur ein bestimmtes Medikament wirkungsvoll sein sollte, könne beim ÖADC oder beim internationalen Verband um eine medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) angesucht werden, die in der Regel auch bewilligt werde. "Darüber hinaus kann in bestimmten Situationen auch um eine ‚vereinfachte Ausnahmegenehmigung’ angesucht werden, die keiner weiteren Prüfung durch eine medizinische Kommission bedarf", ergänzte Maier.

"Jeder österreichische Funktionär, Trainer, Sportler oder Arzt hat jederzeit die Möglichkeit, sich beim ÖADC über die aktuellen Bestimmungen und insbesondere die verbotenen Medikamente zu informieren. Dieses Service wird auch immer wieder in Anspruch genommen", so der SPÖ-Abgeordnete. Die Anti-Dopingbestimmungen seien ein Bestandteil des sportlichen Reglements und daher für jeden im Sport Tätigen bindend. "Wer einen fairen Wettkampf gewährleisten will und verhindern möchte, dass die Sportler durch den Missbrauch von Medikamenten in ihrer Gesundheit gefährdet werden, sollte diese Bestimmungen nach Kräften unterstützen, statt sie mit falschen Informationen zu diskreditieren", schloss Maier.

Für eventuelle Rückfragen ist SPÖ-Abgeordneter Mag. Johann Maier erreichbar unter der Telefon-Nummer: 0676/6203070.
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