KOMMENTAR von Claudia Grabner: Mitten drin im Sumpf

Klagenfurt (OTS) - Das große olympische Mysterienspiel: ein
Fressen für jeden Psychoanalytiker. Was diese Tragikomödie an rot-weiß-roten Identitätsabgründen offenbart, ist atemberaubend. Kollektiv schreit das Land "Skandal!", "gezielte Aktion!", "Wildwestmethoden!" - ohne zu wissen, ob es letztlich nicht doch der Täter ist. In der Opferrolle hat sich unsere Nation schon immer gefallen. "Mir san mir" - gibt´s etwas Bequemeres? Keine Rechtfertigung, keine Entschuldigung, kein Erklärungs-bedarf. Alles, was man machen muss, ist: hinhauen auf jene, die uns so infam schikanieren.

Der Chauvinismus macht ein Krisenmanagement unmöglich. Bis unser narzisstisches Selbstbild einen ungetrübten - will heißen ehrlichen -Blick auf die Fakten zulässt, stecken wir schon mitten drin im Sumpf. Im Sumpf, der ein zweites ureigenes Österreich-Phänomen offen legt:
Das "freunderlnde" Alpenland lässt sich seine Günstlinge von niemandem anpatzen. Und so wird auch dort bis zur Peinlichkeit verteidigt, wo es nur noch eines geben sollte: die Schuld einzugestehen. Bis dahin halten die Verantwortlichen ganz Österreich zum Narren und sich selbst in ihren teuer bezahlten Funktionen. Die Politik? Die übt sich in bester Lei-lossn-Lethargie, sieht weder Handlungsbedarf und schon gar keine Eile. Weil sie offenbar glaubt, die beste Aktion sei die Nichtreaktion ...

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