WGKK: Überraschender Durchbruch bei Ärzteverhandlungen

Starke gesundheitspolitische Akzente für Wienerinnen und Wiener

Wien (OTS) - Heute Nacht kam es zu einem überraschenden Durchbruch bei den Honorarverhandlungen zwischen Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) und Wiener Ärztekammer. Die Honorare für praktische Ärzte werden 2006 und 2007 um jeweils 5,4 Mio. Euro erhöht, weil sich die Allgemeinmediziner dazu bereit erklärt haben, das Schnittstellenmanagement zwischen ambulantem und stationärem Sektor zu übernehmen. Die Tarife der Fachärzte werden jeweils knapp über der Inflation festgemacht. Eine entsprechende Punktation wurde in der Nacht auf Freitag von beiden Partnern unterzeichnet. Die Umsetzung der e-Card und des elektronischen Arzneimittel-Bewilligungsservices ab Mitte des Jahres ("Chefarztpflicht - Neu") wurde von der Ärztekammer zugesagt.****

In den Verhandlungen wurde eine zentrale Forderung der WGKK erfüllt: Die Honorare der Hausärzte werden - im Gegensatz zu den vergangenen Jahren - deutlicher angehoben wie jene der Fachärzte, dafür werden sie jedoch die österreichweit erstmals vertraglich vorgesehene Leistung des Schnittstellenmanagements flächendeckend umsetzen. "Damit haben wir einen gesundheitspolitischen Meilenstein gesetzt" stellte der Obmann der WGKK, Franz Bittner, fest: "Wir sind damit in Wien bundesweit die ersten, die sich konkret an diese wichtige Herausforderung in unserem Gesundheitswesen gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten partnerschaftlich heranwagen."

Für die Wienerinnen und Wiener, vor allem aber für ältere Menschen und chronisch Kranke, ist es von unschätzbarem Wert, wenn ihr Hausarzt verstärkt die Lotsenfunktion durch die unterschiedlichen, zum Teil hochspezialisierten Einrichtungen des Gesundheitswesens übernimmt. Bestandteile des noch im Detail vertraglich festzulegenden Leistungspaketes des Schnittstellenmanagements könnten sein:

+ Prästationäre Befundsammlung und Therapiezusammenstallung, + Übernahme von Patienten aus dem Spitalsbereich und Kommunikation mit den Spitalsärzten, + Koordinierung der Betreuung und Pflege zu Hause sowie der weiteren Therapie nach der Spitalsentlassung.

"Wir haben damit auch den Grundstein gelegt, dass die niedergelassenen Allgemeinmediziner verstärkt in der Projekt 'Patientenorientierte integrierte Patientenbetreuung (PIK)' von WGKK und Stadt Wien einbezogen werden können. Es werden somit die Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in der demnächst zu konstituierenden neuen Wiener Gesundheitsplattform geschaffen. Hauptziel dieser neuen Organisation ist ja die bessere Abstimmung des ambulanten und stationären Gesundheitswesens in Wien" stellte Obmann Bittner fest.

Mit der Verhandlungseinigung konnten auch einige wichtige Reibungspunkte zwischen Ärztekammern und Sozialversicherung aus den letzten Monaten entschärft werden: Die e-Card ist nun akzeptiert und auf Schienen (ohne zusätzliche Zahlungen) und das neue elektronische Arzneimittel-Bewilligungsservice kann spätestens Mitte des Jahres eingeführt werden. Mit diesem System kann eine Chefarztgenehmigung direkt aus der Arztordination auf elektronischem Wege eingeholt werden. Patienten müssen damit keine Chefärzte mehr Aufsuchen und das faxen von Anträgen entfällt.

Zu den Mitte März von den Wiener Ärztinnen und Ärzten geplanten Protesttagen meinte Obmann Bittner: "Ich kann mit gut vorstellen, Seite an Seite mit dem Präsidenten der Wiener Ärztekammer vor den Toren des Gesundheitsministeriums dafür zu demonstrieren, dass die Strategie der fortschreitenden finanziellen Aushungerung unseres Gesundheitswesens durch die Bundespolitik gestoppt wird und der längst überfällige Kurswechsel in der Gesundheitspolitik der Regierung eingeleitet wird."

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