Ökostrom-Kompromiss gefährdet Österreichs Energiezukunft

GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF fordern dringende Neugestaltung der Ökostromnovelle.

Wien (OTS) - Wien (24.2.2006). Die Umwelt-NGOs GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF bezeichnen den von Bundesregierung und SPÖ forcierten Kompromiss zur Ökostromnovelle als verantwortungslosen Umgang mit Österreichs Energiezukunft. Gemeinsam mit einer breiten Allianz demonstrieren die Umweltschutzorganisationen heute vor dem Parlament in Wien für eine Neugestaltung der Ökostrom-Novelle.

"Vor dem Hintergrund des gerade überstandenen Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine ist jetzt die Gelegenheit für Bundesregierung und SPÖ, den Killer-Kurs in Sachen Ökostrom zu korrigieren. Denn mit dem aktuellen Vorschlag zur Ökostromnovelle würde der Ausbau der Ökoenergie in Österreich zum Erliegen gebracht und Österreichs Energiezukunft gefährdet", so Silva Herrmann, GLOBAL 2000-Energiesprecherin.

Die neuen Regeln machen einen Ausbau der Ökoenergie aus rechtlichen Gründen derart riskant, dass eine Vielzahl von Projekten nicht realisiert werden kann. Investoren werden abgeschreckt. Die Fördermittel, die in Windkraft, Biomasse und Sonne fließen, sollen stark schrumpfen. Und bestehende Projekte haben mit zusätzlichen Regelungen zu kämpfen, die ihren Bestand gefährden können.

"Mit dem Kompromiss zur Ökostromnovelle drehen die großen Parteien den Erneuerbaren Energien den Hahn zu. Damit setzen ÖVP und SPÖ die langfristige Energieversorgungssicherheit Österreichs auf’s Spiel. Entscheidend für die Sicherung und die Unabhängigkeit der österreichischen Energieversorgung sind massive Steigerungen der Energieeffizienz und der Ausbau heimischer Erneuerbarer Energien", so Erwin Mayer, Greenpeace-Energiesprecher.

"Österreich hat sich gegenüber der EU verpflichtet, bis zum Jahr 2010 78,1 Prozent an Erneuerbarer Energie im Strommix zu haben. Wird der jetzt auf dem Tisch liegende Kompromiss umgesetzt, kann dieses Ziel nicht mehr erreicht werden. Der Anteil Erneuerbarer Energien am österreichischen Strommix sinkt. Gleichzeitig steigt in Österreich der Stromverbrauch jährlich um zwei Prozent. Dies ist eine dramatische Entwicklung in die falsche Richtung", so WWF-Klimaexperte Markus Niedermaier.

Die Bundesregierung und die SPÖ handeln mit dem Beschluss dieses Gesetzes nicht zukunftsorientiert. Die Umwelt-NGOs fordern stattdessen die Verankerung langfristiger Ziele für den Ökostromausbau und von Energieeffizienz-Maßnahmen in der Novelle sowie Rechts- und Investitionssicherheit für die Betreiber von Ökoenergieanlagen.

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GLOBAL 2000, Silva Herrmann 0699/142000 17
Greenpeace, Erwin Mayer 0664/2700441
WWF, Lydia Matzka 0676/83 488 288

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