Ingried Brugger holt Chagalls Salon

BA-CA Kunstforum gelang Ausstellungs-Coup

Wien (OTS) - Am 15. November 2006 startet im BA-CA Kunstforum die Ausstellung "Chagall, Meisterwerke 1907 - 1922", eine Schau die schon jetzt international für Aufsehen sorgt: Immerhin ist es BA-CA Kunstforums-Chefin Ingried Brugger gelungen, nicht nur Hauptwerke aus dem Staatlichen Russischen Museums St. Petersburg, sondern die gesamte Chagall Sammlung der Tretjakow-Galerie nach Wien zu lotsen. "Eine einmalige Gelegenheit, die Bestände dieser bedeutenden Sammlungen - es zählen ja auch noch nie gezeigte Leihgaben aus den so genannten Provinzmuseen dazu - in Europa zu sehen", wie Ingried Brugger stolz erklärt.

"Marc Chagall - Meisterwerke 1908-1922" thematisiert die wichtigsten und nachhaltigsten Jahre dieses wohl berühmtesten Exoten der Moderne. Brugger: "Es ist der frühe Chagall, der auf die Künstler und das Publikum seine durchgreifende Wirkung hatte: die Geschichten aus dem Schtetl, die magisch entrückte Welt des Alten Russland."

Wandgemälde aus dem Jüdischen Theater Moskau.

Als besonderer Höhepunkt der Ausstellung gelten die einmaligen, äußerst fragilen monumentalen Wandgemälde für das Jüdische Theater in Moskau aus dem Jahr 1920; eine vielschichtige Komposition auf mehreren Leinwänden, die im Zusammenschluss von Motiven aus der jüdischen und russischen Volkskunst und der Synagogenmalerei ein unglaubliches Spektrum der Jüdischen Welt ausbreitet. In der Verbindung der reichen Erzählkunst mit Chagalls charakteristischem unorthodoxen Bildaufbau, seiner kühnen Farbgebung und der ihm eigenen poetischen Sensibilität gehört dieses Werk zu den Ikonen der Malerei der klassischen Moderne.

Eine weitere Sensation ist Brugger mit Chagalls Salon gelungen:
"Erstmals wird ausserhalb Russlands der Salon von Marc Chagall, die Möbel, Zier- und Kunstgegenstände, mit denen er lebte, zu sehen sein. Wir werden den Salon im tresor aufbauen, ergänzt um Raritäten, wie etwa einem von Chagall bemalten Teeservice für seine erste Geliebte."

Leihgeber von Guggenheim bis MOMA.

Die Chagall-Ausstellung im BA-CA Kunstforum ist sicherlich eines der größten, teuersten und umfassendsten Projekte, die in den vergangenen Jahren zum Thema entstanden sind. "Wir haben mehr als drei Jahre daran gearbeitet, und können die russischen Leihgaben u.a. mit Meisterwerken aus dem Guggenheim Museum, dem MOMA in New York oder dem Centre George Pompidou ergänzen. Der Versicherungswert der insgesamt über 100 Arbeiten liegt an der Halben-Milliarden-Eurogrenze.

"Es ist für ein Ausstellungshaus im allgemeinen und in der heutigen Zeit im besonderen nicht sehr einfach, Spitzenwerke für Sonderausstellungen leihen zu können", gesteht Brugger ein. "Das Kunstforum ist ja eigentlich ein Museum ohne Depot. Ich habe mir in den vergangenen Jahrzehnten aber ein umfassendes internationales Netzwerk erarbeiten können - denken wir nur an die Wiederentdeckung von Tamara de Lempicka, eine Ausstellung gemeinsam mit der Royal Academy in London, oder die spektakuläre Magritte-Ausstellung in Kooperation mit der Fondation Beyerler in Basel - und mit erfolgreichen Konzepten punkten können. Gleich drei internationale Häuser bemühen sich derzeit um eine zumindest partielle Übernahme unserer "Superstar-Ausstellung". Innovation und Erfolg führt meistens zum Ziel."

Einen weiteren Beweis dafür tritt Brugger in den kommenden Tagen an: Ab 8. März 2006 zeigt das BA-CA Kunstforum unter dem Titel "Verrückte Liebe. Von Dalí bis Francis Bacon" die Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch. Museen von Paris bis New York haben sich um diese kapitale Privatsammlung zweier Berliner bemüht; jetzt wird sie zum ersten Mal in ihrer Gesamtheit in Wien präsentiert. Sie beinhaltet surrealistische Schlüsselwerke von Maler-Legenden wie Dali, Picasso, Miró, Frida Kahlo oder Max Ernst und zeigt die Auswirkungen des Surrealismus auf den amerikanischen Expressionismus von Jackson Pollock bis Robert Motherwell.

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BA-CA Kunstforum
Wolfgang Lamprecht
T: 01-5373317

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