KOMMENTAR von M. Geistler-Quendler: ,,Doping´´ für PISA-Studie

Klagenfurt (OTS) - Von politisch Handelnden erwartet man sich ein Mindestmaß an Lösungskompetenz. Voraussetzung dafür wäre allerdings die Bereitschaft, sich Problemen zu stellen. Das Gegenteil davon führt derzeit Bildungsministerin Elisabeth Gehrer vor: Wie man erfolgreich den Kopf in den Sand steckt.

Gemeinsam mit der Gewerkschaft öffentlicher Dienst will das Unterrichtsministerium Schüler mit Trainingsbroschüren für die nächste PISA-Studie "dressieren", auf dass Österreich nur ja nicht so schlecht abschneide wie bei der letzten Erhebung. Zeitgleich stellt die ÖVP den PISA-Experten Günther Haider ins parteipolitische Eck, weil er es gewagt hat, den Reformstau in der heimischen Bildungspolitik zu beleuchten. Inhaltlich weiß ihm die Regierungspartei offensichtlich nichts entgegenzusetzen.

Eine internationale Vergleichsstudie darf nicht mit einem Wettkampf verwechselt werden, der auf Biegen und Brechen mit geistigem "Doping" gewonnen werden muss. Nur ein Sichtbarmachen der Lücken des heimischen Schulsystems kann eine Verbesserung bewirken. Eines dieser erschütternden Mankos ist, dass viele österreichische Schüler nicht sinnerfassend lesen können. Das lässt sich nicht kurzfristig für einen Test "wegtrainieren", sondern kann nur der Anstoß zu grundlegenden Reformen sein.

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