VEÖ: Vorwürfe der Wirtschaftskammer entbehren Basis

E-Wirtschaft tritt für mehr Transparenz ein

Wien (OTS) - "Unwahrheiten über die Wettbewerbssituation am österreichischen Strommarkt werden auch durch ständiges Wiederholen nicht wahr", erteilt Leo Windtner, Präsident des Verbandes der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), der erneuten Kritik der Wirtschaftskammer am heimischen Strommarkt eine klare Absage. "Die Behauptung einer 'Bestätigung der Bedenken' der Bundeswettbewerbsbehörde und des Energieregulators ’durch die Sektorenuntersuchung’ entbehrt jeder Basis", kritisierte Windtner. "Hier wird versucht, mit dem Verdrehen von Tatsachen politisches Kleingeld zu machen".

Windtner reagiert damit auf die Aussagen von WKÖ-Referent Benedikt Ennser, der in einer Aussendung den Eindruck erweckt, die vor Kurzem präsentierte EU-Sektorenuntersuchung würde sich nur mit Österreich beschäftigen. Windtner: "Das Gegenteil ist in Wahrheit der Fall. Der Bericht beschäftigt sich auf allgemein gehaltener Basis mit dem gesamten europäischen Energiesektor - Gas wie Strom. Explizite Aussagen zum österreichischen Strommarkt oder gar zum heimischen Elektrizitätsunternehmen werden darin nicht getätigt."
Vielmehr ginge es in dem Bericht um die Strom- und Gaspreispolitik von Großkonzernen vor allem in Deutschland, die im Übrigen seit der Liberalisierung des Marktes auch die Preissituation in Österreich nachhaltig beeinflussen und takten.

Bundeswettbewerbsbehörde prüft Strommarkt

"Auch der Aufruf der Wirtschaftskammer nach einer Prüfung des heimischen Strommarktes ist in Wahrheit längst überholt und ein Schuss ins Leere", argumentierte der VEÖ-Präsident. "Die Bundeswettbewerbsbehörde hat bereits 2004 mit der Prüfung des heimischen Elektrizitätsmarktes begonnen und bereits zwei Zwischenberichte vorgelegt. In keinem der Zwischenberichte ist von Verstößen gegen Wettbewerbsregeln die Rede.

"Die Wirtschaftskammer versucht laufend, die wahrscheinlich wichtigste heimische Infrastrukturbranche zu diskreditieren", so Windtner. Der Vorwurf eines fehlenden Wettbewerbsmarktes für Österreich sei in Wahrheit völlig unzutreffend und ungerechtfertigt, kritisierte der Präsident. Gerade die niedrigen heimischen Gesamtstromkosten, die hohe Versorgungs- und Netzqualität, freier Marktzutritt für Erzeuger und eine funktionierende Regulierung sind beste Beweise dafür. "Der Wettbewerb ist in Österreich längst gegeben. Die Wirtschaftskammer muss zur Kenntnis nehmen, dass man zufriedene Kunden nicht zum Wechsel ihres Anbieters zwingen kann. Die Kunden wissen sehr genau, dass eine totale Zerschlagung des Marktes keine Strompreise im freien Fall bringen wird. Letztendlich würde dies zu vermehrten Übernahmen durch ausländische Großkonzerne und in weiterer Folge zu einem Preisdiktat von Außen führen", so Windtner.

E-Wirtschaft setzt Selbstverpflichtung zu mehr Transparenz

Bereits im Herbst vergangenen Jahres hat sich die E-Wirtschaft öffentlich für mehr Transparenz im liberalisierten Strommarkt eingesetzt und eine Kundeninformations-Initiative gestartet. "Damit sollen das Wissen der Kunden über ihre Möglichkeiten und die Transparenz für die Kunden im liberalisierten Markt weiter verbessert werden", argumentierte Windtner.

Die Kundeninformations-Initiative umfasst grundsätzlich ein Informationsblatt für Kunden zum liberalisierten Markt, mehr Transparenz in den Allgemeinen Lieferbedingungen, eine Selbstverpflichtung der Branche zu einem "Verhaltenskodex für Lieferanten gegenüber Kunden", mehr Transparenz bei der Rechnungslegung und eine Überwachung der Umsetzung und Einhaltung dieser Vorgaben. Die Details der Kundeninformationsinitiative werden in laufenden Gesprächen mit der Regulierungsbehörde und der Bundeswettbewerbsbehörde abgestimmt.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Angelika E. Reschenauer, MBA
Leiterin VEÖ-Kommunikation
Tel. +43/1/50198-241

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVE0001