Schüssel zu Dopingverdacht: "Lückenlose Aufklärung aller Fälle"

Wien (OTS) - Bundeskanzler Wolfgang Schüssel gratulierte heute im Anschluss an den Ministerrat den österreichischen Sportlerinnen und Sportlern zu ihren Erfolgen bei den Olympischen Spielen in Turin. "Es freut mich sehr, dass unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits 19 Medaillen gewonnen haben. Das ist das erfolgreichste Olympiateam aller Zeiten. Diese Erfolge zeigen, dass wir eine Sportnation sind, die mit den weltbesten Ländern mithält. Unsere Sportlerinnen und Sportler haben damit auch für tausende Jugendliche und Sportbegeisterte eine wichtige Vorbildfunktion", so Schüssel.

Der Bundeskanzler betonte auch die ausgezeichneten Rahmenbedingungen in den Verbänden und beim Bundesheer, die solche Leistungen mit ermöglicht hätten. "Auch der Bund hat hier seinen Beitrag dazu geleistet. Die Förderung des Bundes für die Olympische Familie wurde seit 2000 auf 1,9 Mio EUR verdoppelt. Wir investieren in die Topsport-Förderung 2,7 Mio EUR jährlich. Beim Bundesheer, an den 108 Sporthauptschulen und 20 Sportgymnasien, 13 Oberstufenrealgymnasien, 5 Sporthandelsschulen für Leistungssportler sowie 11 Hauptschulen und 6 Höhere Schulen ausschließlich für Schisport wird erfolgreiche Nachwuchsarbeit geleistet", so der Bundeskanzler.

Das Verhalten von ÖSV-Trainer Walter Mayer und das von einigen Teilnehmern bezeichnete Schüssel als verantwortungslos. "Eines muss klar sein: Null Toleranz gegen jene, die dopen. Denn wer dopt, fliegt! Die ausgezeichneten Leistungen unserer Sportlerinnen und Sportler werden dadurch abgewertet. Zum Schutz der Sportler, die sich nichts zu Schulden kommen haben lassen, kann es nur ein Ziel geben:
Die lückenlose Klärung aller Vorwürfe", stellte der Bundeskanzler fest. Es müsse klar sein, das der Ruf hunderter tadelloser Athleten und auf dem Spiel stehe. Es gelte, die internationale Reputation Österreichs als Sportnation aufrechterhalten.

Der Bundeskanzler begrüßte die Einsetzung einer Untersuchungskommission durch das Österreichische Olympische Komitee in Abstimmung mit dem IOC. Diese solle alle Vorfälle aufklären und Vorschläge zur Verbesserung unterbreiten. "Unter der Leitung von Dieter Kalt hat die Kommission ihre Arbeit bereits aufgenommen. Es ist wichtig, dass wir von uns aus einen ernstzunehmenden Beitrag leisten, um hier alles aufzuklären. Es muss höchstes Interesse daran geben, rasch alle Fakten auf den Tisch zu legen und dann die Konsequenzen zu ziehen", so der Bundeskanzler.

Die Bewerbung der Stadt Salzburg für die Austragung der Olympischen Spiele im Jahr 2014 sieht Schüssel nicht gefährdet. "Ich war am vergangenen Wochenende in Turin und Sestriere, habe mit vielen Funktionären des IOC, auch mit Präsident Jacques Rogge gesprochen und Werbung für die Olympiabewerbung Salzburg 2014 gemacht. Mein Eindruck war, dass Salzburg hier durchaus gute Chancen hat, im Juni den Kandidatenstatus zugesprochen zu bekommen", so der Bundeskanzler abschließend.

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