FGM: Wehsely begrüßt Verlängerung der Verjährungsfrist

"Interkulturelle Kompetenz darf nicht Beliebigkeit heißen"

Wien (OTS) - Wiens Frauenstadträtin Sonja Wehsely begrüßt die Verlängerung der Verjährungsfrist für Genitalverstümmelung durch den Ministerrat. "Genitialverstümmelung ist ein Gewaltverbrechen mit gravierenden lebenslänglichen Folgen für das Opfer. Dies müsse sich auch im Gesetz niederschlagen. Wer als minderjähriges Mädchen Opfer dieser Form von Gewalt wird, muss als Erwachsene die Möglichkeit haben, den oder die Täter zur Rechenschaft zu ziehen." Gesetze allein seien jedoch zu wenig, ganz wesentlich sei intensive Aufklärungsarbeit - "und zwar bei Frauen und Männern, bei Müttern und Vätern", betonte Wehsely am Donnerstag.

Wehsely hofft daher, dass die Regierung auch weitere Schritte setzt, um diese Form der Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. Bislang verfüge nur Wien als einziges Bundesland über eine FGM-Beratungsstelle. Diese von der Stadt finanzierte Einrichtung namens "Bright Future" bietet muttersprachliche Beratung und gynäkologische Untersuchungen an. Bislang wurden über 300 Frauen beraten, rund 90 Personen nahmen auch medizinische Behandlung in Anspruch. "Interkulturelle Kompetenz darf nicht Beliebigkeit heißen. Egal woher die Frauen kommen, egal wo sie geboren wurden: Das Recht auf Unversehrtheit ist universell", so Wehsely.

Auch dass Zwangsverheiratung künftig ein Offizialdelikt ist, sei zu begrüßen. Maßnahmen gegen Zwangsverheiratung seien jedoch nur dann vollständig, wenn auch akuter Schutz für Betroffene in Krisensituation geboten werde und intensive und sensible Aufklärung in Schulen, außerschulischer Jugendarbeit sowie in den Communities betrieben wird. Die Frauenabteilung der Stadt Wien habe die österreichweit erste Studie in Auftrag gegeben, um das wahre Ausmaß und die Hintergründe von Zwangsheirat in Wien zu erfahren. Die Ergebnisse werden noch heuer präsentiert, kündigte Wehsely an. (Schluss) lac

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