Scheele zu Westsahara: Glaube an friedliche Lösung zurückgeben

Verstärkte Signale zu Beilegung des Konflikts gefordert

Wien (SK) - "Ich habe bei meinen letzten Besuchen in den Flüchtlingslagern in Algerien festgestellt, dass die Saharauis langsam ihren Glauben an eine friedliche und multilaterale Lösung ihres vergessenen Konflikts verlieren. Wir müssen ihnen diesen Glauben zurückgeben." Das sagte Karin Scheele gestern Abend anlässlich eines gemeinsamen Empfangs der SPÖ-Europaabgeordneten mit der südafrikanischen Botschaft im Europäischen Parlament. ****

"Bei dem Konflikt um die Westsahara handelt es sich um einen vergessenen Konflikt, die letzte Kolonie in Afrika. Das seit 1991 ausständige Referendum über die Unabhängigkeit hat bis heute nicht stattgefunden. So kommt es, dass seit 1975 mehr als 160.000 Menschen in Flüchtlingslagern in der algerischen Wüste leben müssen", erklärt die Expertin für das Gebiet der Westsahara.

"Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, dass der Konflikt bald beendet wäre. Im Juli 2005 hat die Europäische Union einen Antrag gestellt, um mit einer Delegation in die Gebiete der Westsahara reisen zu können und die Menschenrechtssituation zu untersuchen. Bis heute haben wir keine Antwort Marokkos erhalten", kritisiert Scheele.

Trotz der schwierigen Situation erkennt Scheele leichte Fortschritte. Die Anerkennung der im Exil gegründeten saharauischen Republik durch Südafrika war ein erster wichtiger Schritt, um das Problem wieder verstärkt in die Öffentlichkeit zu tragen. "Hier muss angesetzt werden und weitergemacht werden. Auch die EU muss nun verstärkte Signale setzen, um den vergessenen Konflikt möglichst rasch zu einem friedlichen Ende zu führen", sagt Scheele abschließend. (Schluss) ps/mp

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