Wiener Blindenwerkstätte - Qualitätsprodukte mit Freude

Wien (OTS) - In der Wiener Blindenwerkstätte im Louis-Braille-Haus in Wien-Penzing arbeiten 11 blinde Besen- und Bürstenbinder vor Ort, weitere fünf arbeiten zu Hause, da sie noch unter zusätzlichen körperlichen Beeinträchtigungen leiden. Doch gerade das Binden von Besen und Bürsten ist eine jener Tätigkeiten, die Blinde und Sehbehinderte besonders gut bewältigen können. Frau Gabriele Althen, die Verkaufsleiterin, kümmert sich rührend um ihre Schützlinge, die trotz Behinderung voll Engagement und guter Laune ihrer Arbeit pflichtbewusst nachgehen.

"Fast alle sind von Geburt an blind und dennoch meistern sie ihren Arbeitsalltag voll Freude", erzählt Frau Althen. "Ein Schicksal berührt mich besonders, nämlich jenes von einem jungen Kurden, der in der Türkei durch Folter sein Augenlicht verloren und nun hier eine neue Heimat gefunden hat. Er ist dankbar für die Möglichkeit, in der Blindenwerkstätte arbeiten zu können, will er doch für seine Frau und das kleine Kind sorgen", berichtet sie. Unter http://www.sozialinfo.at/ erfährt man Detailliertes zum Thema Louis-Braille-Haus und Sehbehinderung.

Besen und Bürsten - Vom Feinsten...

Der Produktkatalog der Blindenwerkstätte bietet rund 150 verschiedene handgefertigte Besen und Bürsten, Pinsel und Korbwaren, die eine Lebenserwartung von bis zu 20 Jahren versprechen. "Die Waren halten um ein Vielfaches länger als maschinell Produziertes, da nur hochwertige Materialien verarbeitet werden. Zum Unterschied von industriellen Billigprodukten werden die Materialen nicht gestanzt, sondern mit der Hand eingezogen. Dann werden sie mit Draht verbunden und nochmals auf Festigkeit und Güte geprüft", so die Verkaufsleiterin.

Herr Ernst R. sitzt an seinem Platz und misst mit den Händen Bündel von Perlonfäden ab, um sie anschließend mit dem Draht an einem Bürstenstiel zu fixieren. "Es ist wichtig, dass man die Menge genau erwischt", erzählt der Handwerker. Ein Dutzend fertige Exemplare liegen bereits vor ihm im Regal. "Pro Bürste braucht man rund eine halbe Stunde", weiß sein Kollege Hedwig R. "Das Schöne an der Arbeit ist, dass man am Abend merkt, was man geleistet hat", sind sich alle einig.

Das neue Lebensmittelgesetz - Eine weitere Herausforderung

Das neue Lebensmittelgesetz 2004 fordert auf Grund von EU-Richtlinien, dass die Borsten von Besen und Bürsten, die in lebensmittelerzeugenden- oder verarbeitenden Betrieben verwendet werden, in einem recyclingfähigen Körper so eingebracht werden, dass keine Hohlräume entstehen, jede Borste fest umschlossen ist und somit Bakterien keine Chance gegeben wird. Die Blindenwerkstätte hat auch diese Herausforderung angenommen und erfolgreich gelöst. Durch ein kompliziertes Verfahren und neue Maschinen werden letztlich alle Borsten von einer später erstarrenden Vulkanisiermasse umschlossen -Lebensmittelgerechte Besen und Bürsten können somit ihre Reise in Schlachthöfe, Fleischhauerbetriebe, Bäckereien sowie Krankenhäuser antreten.

o Info: Wiener Blindenwerkstätte im Louis-Braille-Haus GmbH. 14., Hägelingasse 4-6 Tel.: 01/ 981 89-144 Fax: 01/ 981 89-105 E-Mail: pr@braille.at http://www.braille.at/

rk-Fotoservice: http://www.wien.at/ma53/rkfoto/

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