SP-Ekkamp: Forderung von Strache nach Fünf-Jahres-Tarifstopp bei Wiener Linien völlig unseriös

Wien (SPW-K) - "Die heute neuerlich aufgestellte Forderung von FPÖ-Obmann Strache nach einem Tarifstopp bei den Wiener Linien gleich für die nächsten fünf Jahre zeigt einmal mehr die wirtschaftliche Unbedarftheit der Wiener FPÖ. Ein solches Versprechen kann klarerweise vor dem Hintergrund der sich ständig wandelnden Bedingungen für die öffentlichen Verkehrsunternehmen - stark gestiegene bzw. weiter steigende Energieeinstandspreise, steigende Löhne und Aufwendungen für Ersatzteile, Werkstättenbetrieb, Kürzung der Nahverkehrszuschüsse seitens des Bundes usw. - von keinem Verkehrsunternehmen der Welt gegeben werden. Wer das trotzdem glaubt tun zu müssen, handelt extrem negativ populistisch und deshalb unseriös", stellte der stellvertretende Vorsitzende des Finanz- und Wirtschaftsausschusses des Wiener Gemeinderates, Franz Ekkamp, Mittwoch in einer Replik im Pressedienst der SPÖ Wien zu den Aussagen Straches fest.

Der dauerhafte Verzicht auf unbedingt notwendige Einnahmen im Sinne der Sicherung eines attraktiven öffentlichen Verkehrs und seines Ausbaus wäre geradezu gezwungenermaßen mit Kürzungen bei den Investitionen und den Leistungsangeboten verbunden, setzte Ekkamp fort. Selbstverständlich führten die Wiener Linien ständig sinnvolle Rationalisierungsmaßnahmen durch, diese geraten aber dort an ihre Grenze, wo es um die Sicherheit des Fahrbetriebes und um eine Ausweitung des Liniennetzes und damit um eine Erhöhung des Angebotes für die Kunden gehe.

Im übrigen, so der Gemeinderat weiter, sei die Behauptung Straches, die Tarife der Wiener Linien seien auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt, sachlich unzutreffend. Ekkamp: "Vergleicht man das umfassende Angebot der Wiener Linien auf ihren knapp 1.000 Betriebskilometern mit jenen von anderen Verkehrsunternehmen in Österreich und in westeuropäischen Städten, so zeigt sich, dass die Öffi-Tarife in der österreichischen Bundeshauptstadt durchaus jedem Vergleich standhalten. Nicht ohne Grund weist der öffentliche Verkehr in Wien beim Modal-Split mit einem Anteil von knapp 35 Prozent bei allen zurückgelegten Wegen den höchsten Wert aller westeuropäischen Großstädte auf. 82 Prozent der Fahrgäste der Wiener Linien sind mit dem Angebot des Verkehrsunternehmens zufrieden", hob Ekkamp hervor.

Die Forderung Straches nach einem Tarifstopp für fünf Jahre sei nicht zuletzt auch deshalb merkwürdig, so Ekkamp, weil seine Partei, als sie noch mit der ÖVP für die Regierungsgeschäfte verantwortlich gezeichnet habe, einer fünfmaligen Erhöhung der ÖBB-Pendlertarife zwischen 2000 und 2005 zugestimmt, ja diese sogar in den Personen ihres damaligen (bis Herbst 2002) Finanzministers und der jeweiligen vier FPÖ-Verkehrsminister bis zum Jahr 2005 ausdrücklich gut geheißen hätten. "Auch das beweist einmal mehr die völlige Unglaubwürdigkeit der FPÖ auch beim Thema Tariferhöhungen", schloss Ekkamp. (Schluss)

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