Csörgits zu Haubner: Viele Worte, weiter keine Taten

Keine Verbesserungen bei Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Sicht

Wien (ÖGB) - "Sehr viele Worte hat Sozialministerin Ursula Haubner heute bei der Präsentation der Studie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus Männersicht verloren. Konkrete Maßnahmen gibt es dagegen nicht, Mütter und Väter wurden in Sachen Erleichterung der Vereinbarkeit von Kind und Beruf wieder einmal auf den St. Nimmerleinstag vertröstet", kritisiert ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits. ++++

Haubner meinte im Rahmen der Studienpräsentation zwar, es sei nötig, bestehende Maßnahmen weiter zu entwickeln und "zu optimieren". Statt einen konkreten Zeitplan und Ziele zu nennen, verwies sie aber darauf, dass die Verbesserung der Vereinbarkeit ein "langer Prozess" sei und es nun einmal darum gehe, zu sensibilisieren. Csörgits dazu:
"Wie viele Studien und Evaluierungen des Kindergeldes, der Kinderbetreuungseinrichtungen und dergleichen müssen die jungen Eltern in Österreich noch abwarten, bevor die Frau Ministerin gedenkt, Taten zu setzen?"

Die ÖGB-Frauen fordern die Umsetzung eines Maßnahmenpakets zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu gehören die Einführung eines Vaterschutzmonats, der flächendeckende Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, eine Reform des Kindergeldes und eine Reparatur der verunglückten Zuverdienstgrenze. Auch die Verschlechterung des Kündigungsschutzes für karenzwillige Väter, die mit dem Kindergeld eingeführt wurde, muss zurückgenommen werden.

Csörgits abschließend: "Es ist schon kurios: Mit einer Reihe von Maßnahmen hat die Regierung seit dem Jahr 2000 die partnerschaftliche Teilung der Betreuungsarbeit erschwert - und jetzt setzt sich die Ministerin hin und appelliert an Väter, Unternehmen und Interessenvertretungen, mehr Engagement bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu zeigen. Maßnahmen der Regierung zur Verbesserung der Vereinbarkeit gibt es dagegen nicht."

ÖGB, 22. Februar 2006 Nr. 110

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