Greenpeace: Feinstaub-Polizei kontrolliert Politikerautos

Erste österreichische Umweltzone vor dem Parlament errichtet.

Wien (OTS) - "Fahrzeugkontrolle. Zulassungsschein und
Partikelfilter vorweisen", fordern heute Vormittag Greenpeace Aktivisten von den Politikern und kontrollieren die Dienst- und Privat-Autos auf dem Parkplatz vor dem Parlament. "Fahrverbot bei Feinstaubalarm" steht unübersehbar auf einem Banner vor den Abgeordneten-Fahrzeugen. Diesel-PKW ohne Partikelfilter werden mit einem roten Punkt auf der Windschutzscheibe gekennzeichnet und am Wegfahren gehindert. "Unser Greenpeace-Prognosesystem hat für heute eine neuerliche Überschreitung des von uns geforderten Grenzwertes für Ultrafeinstaub vorausgesagt. An solchen Tagen müssen Stinker in Umweltzonen stehen bleiben", erklärt Verkehrsexperte Erwin Mayer die Aktion vor dem Parlament.

In einer "Umweltzone" nach Berliner Vorbild sollte demnach bei der Vorwarnstufe für Ultrafeinstaub nur mehr mit Benzinautos und Dieselautos mit Partikelfilter eingefahren werden können. Bei Feinstaubalarm und noch höheren Feinstaubwerten sollten nur mehr besonders saubere Fahrzeuge wie Elektrofahrzeuge fahren dürfen, die mit einer grünen Plakette gekennzeichnet sind. "Dieses selektive Fahrverbot für Stinker hilft die Feinstaubemissionen unmittelbar zu reduzieren und setzt einen starken Anreiz für die Autoindustrie endlich abgasärmere Fahrzeuge zu produzieren", erklärt Mayer den Doppelnutzen dieser Maßnahme.

Greenpeace möchte mit dieser Aktion vor dem Parlament selbst einen Beitrag leisten, die Feinstaubbelastung zu reduzieren und den Parlamentariern die Dringlichkeit des Feinstaubproblems am eigenen Auto vor Augen führen. "Nachdem die Parlamentarier bislang nicht gewillt sind, die Wirksamkeit des Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L) zu erhöhen, müssen wir zu drastischeren Mitteln greifen", begründet Mayer die Aktion einen Tag vor der Sitzung des Umweltausschusses, in dem eine Novelle des IG-L verhandelt wird. "Die durch den Feinstaub gefährdete Bevölkerung kann sich nicht wirklich gegen die Belastung wehren. Trotzdem fahren viele Abgeordnete weiter mit Diesel-Stinkern zum Parlament, anstatt saubere Autos zu kaufen oder noch besser gleich mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen."

Greenpeace hat bereits im Vorfeld der Aktion die Politiker angeschrieben und sie gebeten, die Abgaswerte ihrer Privat- und Dienstfahrzeuge bekannt zu geben. Nur elf von 262 Ministern, Nationalräten und Bundesräten haben bisher geantwortet. Daher überprüft Greenpeace jetzt auch vor dem Parlament stichprobenartig, welche Autos von den Parlamentariern einen Partikelfilter haben und welche nicht. Die Kontrollen führt Greenpeace mit einem Spiegel durch, der unter die Fahrzeuge gehalten wird.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, 0664-6126721
Mag. Erwin Mayer, Verkehrsexperte Greenpeace, 0664-2700441

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