Kroatien für Fortsetzung der guten Wirtschaftsbeziehungen Sabor-Präsident Seks wirbt um österreichische Investitionskredite

Wien (PK) - Die letzte Station des Gesprächsreigens, den der kroatische Parlamentspräsident Vladimir Seks heute im Hohen Haus absolvierte, bildete eine Aussprache mit Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses. Im Mittelpunkt der Unterredung stand die aktuelle Entwicklung der kroatischen Wirtschaft im Hinblick auf
die bevorstehenden EU-Beitrittsverhandlungen, die 2006 beginnen könnten. Das ambitionierte Ziel eines EU-Beitritts Kroatiens bereits im Jahr 2009 bezeichnete Präsident Seks als realistisch.

In seiner Einleitung sprach Ausschussobmann Mitterlehner die
guten Beziehungen zwischen Kroatien und Österreich an und gratulierte seinen Gesprächspartnern zur positiven Entwicklung
der kroatischen Wirtschaft, wobei er auf das 4-prozentige
Wachstum, den florierenden Tourismus und die erfreulichen
Tendenzen im Außenhandel hinwies.

Mitterlehner machte darauf aufmerksam, dass Österreich bei den Direktinvestitionen in Kroatien den ersten Platz einnimmt. Präsident Seks informierte über die Reformpolitik Kroatiens, die von den Unternehmern positiv gesehen werde und berichtete von der Verschiebung der Produktion in Richtung Export, was eine
Gesundung der Wirtschaftsstruktur anzeige. Schwierig sei
allerdings der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, Probleme resultierten auch aus der ungünstigen demographischen Entwicklung Kroatiens, sagte Seks.

Von 1993 bis 2004 kamen laut Präsident Seks mehr als 26 % der 10 Mrd. € an Auslandsinvestitionen in Kroatien aus Österreich. Österreichische Banken haben Filialen in Kroatien errichtet und vergeben gerne Konsumkredite. Er würde sich ein größeres Engagement der Banken bei der Finanzierung von Investitionen wünschen, meinte Seks und warb mit dem großen Potential der Produktions- und Exportwirtschaft in Kroatien. An dieser Stelle
riet Abgeordneter Johann Moser (S) zur gezielten Förderung von Betriebsansiedlungen und zum Ausbau der Infrastruktur. Österreich habe mit einer von den Banken gegründeten und finanzierten Spezialbank gute Erfahrungen bei Investitionen in den realen
Sektor gemacht, fügte Moser hinzu.

Der Obmann des kroatischen Parlamentsausschusses für europäische Integration Neven Mimica betonte den Bedarf seines Landes an Investitionskrediten, indem er darauf aufmerksam machte, dass Kroatien seine Wirtschaft unter den Bedingungen einer Liberalisierungspolitik im Hinblick auf den EU-Beitritt restrukturieren müsse. Es gelte zugleich die Privatisierung fortzusetzen, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und den Export zu steigern. Abgeordneter Franz Riepl erinnerte an die intensive Kooperation österreichischer und kroatischer Gewerkschaften und unterstrich unter Zustimmung der kroatischen Gäste die Bedeutung der Sozialpartnerschaft bei der Lösung wirtschaftlicher und sozialer Probleme.

Nach ihrem Parlamentsbesuch besuchten Präsident Vladimir Seks und seine Begleitung Europa-Staatssekretär Hans Winkler. Am Abend werden die kroatischen Gäste ihren Wien-Aufenthalt beenden und in ihre Heimat zurückkehren. (Schluss)

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