Apothekertagung in Saalfelden: Volkskrankheit Rheuma

Jeder vierte Österreicher leidet an einer rheumatischen Erkrankung

Saalfelden (OTS) - Im Laufe des Lebens hat nahezu jeder einmal Schmerzen im Bewegungsapparat. Manchmal verschwinden die Schmerzen ganz von allein. Oft bleiben sie aber auch bestehen und kommen immer wieder: Fast zwei Millionen Menschen leiden in Österreich an einer rheumatischen Erkrankung.

Schmerzen in den Gelenken, Schwellungen, steife Finger am Morgen:
Das alles sind Anzeichen für rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis), die wohl bekannteste rheumatische Erkrankung. Dem Sammelbegriff "Rheuma" werden rund 400 verschiedene Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates zugeordnet, vom Hexenschuss über Arthrosen (Abnützungserscheinungen der Gelenke und der Wirbelsäule) und Arthritiden (Entzündliche Gelenks- und Wirbelsäulen-Erkrankungen) bis hin zur Osteoporose (Knochenschwund).

"Wird früh genug etwas gegen diese Erkrankungen unternommen, kann dies eine Lebensverlängerung, Schmerzfreiheit sowie die Erhaltung von Lebensqualität bedeuten", sagt Dr. Christiane Körner, Vizepräsidentin der österreichischen Apothekerkammer.

Eine Woche lang Rheuma

Der Themenkreis "Rheumatologie" steht im Mittelpunkt der 39. Wissenschaftlichen Apothekertagung, die vom 5. bis 10. März 2006 in Saalfelden stattfindet. Eine Woche lang erhalten die über 500 Teilnehmer dieser traditionellen Veranstaltung einen umfassenden Einblick in die wichtigsten Kapitel der Rheumatologie und werden über die neuesten Erkenntnisse und Therapien auf diesem Gebiet informiert. Bekannte Pharmakologen und Mediziner referieren über klassische Themen wie rheumatologische Diagnostik und Arthrosen ebenso wie über den aktuellen wissenschaftlichen Stand in der Kinderrheumatologie. Der Beginn rheumatischer Erkrankungen liegt zwar meistens zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, es können aber auch schon Kinder betroffen sein.

Rheuma in Zahlen

Die volkswirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von rheumatischen Erkrankungen sind verheerend: 8,4 Millionen Krankenstandstage pro Jahr, eine geringere Lebenserwartung von bis zu einem Jahrzehnt und hohe Arbeitslosigkeit. Rund 50 bis 60 Prozent der Rheuma-Patienten werden innerhalb von 10 Jahren arbeitslos. Trotzdem werden die Leiden der Betroffenen noch immer zu wenig ernst genommen. Oft fehlen das rechtzeitige Erkennen der Erkrankungen und die rasche rheumatologische Versorgung. Es wäre wichtig, dass Rheuma nicht als bloße Alterserscheinung verharmlost würde. Jeder Rheumapatient sollte von der modernen Rheumatologie profitieren.

Betreuung in der Apotheke

Nicht selten ist es die Apothekerin, die den entscheidenden Tipp gibt, einen Spezialisten aufzusuchen. Sobald die Diagnose gestellt ist, kann die Therapie beginnen. In der Apotheke wird den Rheuma-Patienten die Notwendigkeit der verordneten Behandlung vermittelt und dadurch das Verständnis für die Therapie gefördert. Wichtig für Rheuma-Patienten ist auch die intensive Beratung in der Apotheke bei der Selbstmedikation. Dabei kommen oft Phytopharmaka wie Weidenrinde, Katzenkrallenwurzel, Teufelskralle, Kombinationen aus Zitterpappelrinde, Goldrutenkraut und Eschenrinde oder Brennesselkraut und Weihrauchextrakt zur Anwendung. Körner: "Eine ausgewogene Kost und viel Bewegung kann die Lebensqualität von Rheumapatienten zusätzlich verbessern."

Österreichs Apotheken auf einen Blick

In Österreich gibt es 1.185 öffentliche Apotheken, in denen über 4.700 Apotheker die Bevölkerung in Gesundheitsfragen beraten. Insgesamt arbeiten in Österreichs Apotheken zirka 13.000 Personen, 90 Prozent davon sind Frauen. Mehr als die Hälfte der öffentlichen Apotheken befindet sich am Land und in Kleinstädten, womit die Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheits-Nahversorger erfüllen.

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