Arbeitslosigkeit: Bures kritisiert "extreme Ignoranz" der Regierung

Versteckte Folgen der Rekordarbeitslosigkeit: Jobangst nimmt zu, immer mehr unfaire Arbeitsverträge, Löhne stagnieren

Wien (SK) - SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures hat am Montag in einer Pressekonferenz auf die versteckten Folgen der Rekordarbeitslosigkeit aufmerksam gemacht: Die Angst um den Job lasse vielen Arbeitnehmern bei unfairen Arbeitsverträgen keine Wahl, immer mehr Arbeitnehmer gehen krank in die Arbeit, es kommt zu immer mehr Kündigungen während dem Krankenstand, die Zahl der Krankenstände wegen stressbedingter Erkrankungen steigt, die Löhne stagnieren. Bures warf der Regierung "extreme Ignoranz" angesichts dieser Probleme vor. ****

Bures machte deutlich, dass in den EU-Ländern mit steigender Arbeitslosigkeit - zu denen zählt auch Österreich - die Löhne in den letzten sieben Jahren im Durchschnitt nur um 1,5 Prozent gestiegen sind, in Österreich sogar nur um 0,3 Prozent. In den übrigen EU-Staaten ist die Arbeitslosigkeit gesunken und die Löhne sind im Durchschnitt um 2,4 Prozent gestiegen.

Anhand von Umfrageergebnissen legte Bures dar, dass die Angst vor dem Jobverlust mittlerweile zu den größten Ängsten der Österreicher gehört. 30 Prozent fürchten sich vor eigener Arbeitslosigkeit oder der eines Familienmitglieds. Unter den Jugendlichen ist der entsprechende Wert 61 Prozent; und 82 Prozent der Jugendlichen sind beunruhigt über ihre eigene Zukunft, 40 Prozent sehen für sich selber "wenig Chancen am Arbeitsmarkt".

Das müsste eigentlich ein Signal für die Regierung sein, etwas gegen die Rekordarbeitslosigkeit zu tun, betonte Bures und fügte im Hinblick auf die heute von Sozialministerin Haubner präsentierte Jugendstudie hinzu: Man weiß sehr genau, was die jungen Menschen wollen, nämlich Jobs und Chancen. Die Regierung müsste endlich dafür sorgen.

Die steigende Zahl der Kündigungen während des Krankenstands hat eine ihrer Ursachen in der Abschaffung des Entgeltfortzahlungsfonds durch die Regierung Schüssel im Jahr 2000. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen kommen in wirtschaftliche Schwierigkeiten, weil die Lohnfortzahlung nun nicht mehr aus dem Fonds bestritten wird.

Die große Mehrheit der Menschen leidet unter der Untätigkeit der Regierung gegen die Rekordarbeitslosigkeit, einige wenige Unternehmen profitieren freilich auch davon, erklärte Bures: "Die Regierung nimmt es in Kauf, dass die Löhne unter Druck geraten und die Arbeitssituation für viele Arbeitnehmer verschlechtert wird."

Für die SPÖ ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit das oberste Gebot, betonte Bures. Sie verwies auf das vergangene Woche in der Nationalratssondersitzung präsentierte Arbeitsmarktpaket der SPÖ, darin enthalten: Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen, Förderung von KMUs; außerdem will die SPÖ eine Wiedereinrichtung des Entgeltfortzahlungsfonds und ein Verbot von unfairen Arbeitsvertragsklauseln. (Schluss) wf

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