ÖAMTC fordert ein Ende der Panikmache mit unseriösen Feinstaubzahlen

Einseitige Polemik zu Lasten der Autofahrer wird das Problem nicht lösen

Wien (OTS) - "Wenn es gegen die Autofahrer geht, ist manchen Gruppierungen offenbar jedes Mittel recht", kritisiert Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Laufend werden z.B. angebliche Feinstaubopferzahlen kolportiert - für Österreich zwischen 2.400 und 5.500 pro Jahr - an denen hauptsächlich der nicht-öffentliche Verkehr Schuld sein soll. Geht man dem Zahlenspiel auf den Grund stellt sich heraus, dass immer noch eine US-Studie aus den 80-er Jahren als Quelle herhalten muss, die für aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen längst nicht mehr herangezogen wird. "Da fragt man sich wirklich, ob es darum geht, das Problem zu lösen, oder nur zu Lasten des Straßenverkehrs politisches Kleingeld herauszuschlagen" stellt Rohracher fest. "Der ÖAMTC fordert nachdrücklich eine lösungsorientierte Diskussion, die alle Verursacher einbezieht und mit seriösen Daten operiert."

Die Fakten und daraus resultierende Lösungsansätze

Fakt eins: Die Feinstaubverursacher auf Basis der als besonders gesundheitsgefährdend eingestuften PM2,5-Emissionen sind der Größe nach Hausbrand/Kleinverbraucher (36,8 Prozent), Industrie (31,5 Prozent), Straßenverkehr (14,9 Prozent, davon weniger als die Hälfte vom Pkw), Landwirtschaft (8,4 Prozent), Kraft- und Heizwerke (3,9 Prozent) und Off-Road-Maschinen (4,5 Prozent). Die Belastung mit diesen Feinst-Partikeln ist seit 1990 rückläufig. Eine weitere wirksame Eindämmung ist nur möglich, wenn bei allen Verursachern angesetzt wird, wie es der ÖAMTC wiederholt gefordert hat.

Fakt zwei: Feinstaub ist ein Winterproblem, das durch Holzöfen und Aufwirbelungen von Splitt und anderen Winterdienst-Materialien entsteht (Quelle: Aquella Studie der Stadt Wien). Der Club spricht sich deshalb für einen "differenzierten Winterdienst" aus. Das heißt, je nach Straßen- und Wetterlage wird die mechanische Schneeräumung in unterschiedlicher Weise mit auftauenden Mitteln kombiniert.

Fakt drei: Feinstaub ist ein Verfrachtungsproblem. Lokal in Wien entstehen z.B. nur 25 Prozent der gesamten Feinstaubbelastung (Quelle: Aquella Studie der Stadt Wien). Der ÖAMTC fordert deshalb eine konzertierte europäische Vorgangsweise zur Eindämmung der Haupt-Feinstaubquellen und lehnt politisch motivierte Fahrbeschränkungen und -verbote ohne messbaren Erfolg ab.

Fakt vier: Die Feinstaub-Emissionen aus dem Straßenverkehr sinken konstant, obwohl der Bestand an Diesel-Pkw in den vergangenen sechs Jahren von rund 1,3 Millionen auf über zwei Millionen angestiegen ist. Bereits rund ein Drittel der Neuwagen über 80 kW fährt mit Partikelfilter. Vor allem das vom ÖAMTC durchgesetzte Fördermodell für Neuwagen verstärkt diese positive Tendenz. Für die nach wie vor unbefriedigende Situation der alten Diesel-Pkw und Lkw fordert der ÖAMTC eine flächendeckende und wirksame Nachrüstpolitik. Für Neuwagen setzt sich der Club in Brüssel gemeinsam mit seinen europäischen Schwesterclubs und dem Dachverband der Autoclubs, FIA, für eine vorgezogene Einführung der verschärften Euro-5 und Euro-6 Abgasgrenzwerte ein.

Fakt fünf: Maßnahmen, die den Verkehrsfluss fördern, sind der beste Umweltbeitrag. "Grüne Wellen" senken die Partikelemissionen moderner Diesel-Pkw unter die Nachweisgrenze und ermöglichen außerdem bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch (Quelle:
ADAC/ÖAMTC-Test, Jänner 2006). Der ÖAMTC arbeitet derzeit eng mit der Stadt Wien zusammen, um diese Maßnahme in der Bundeshauptstadt flächendeckend und effizient umzusetzen.

"Der Straßenverkehr gehört mit rund 15 Prozent der Emissionen nicht zu den Hauptverursachern von Feinstaub in Österreich", stellt Rohracher klar. "Selbstverständlich wird er weiterhin seinen Beitrag zur Umweltverbesserung leisten, die Technologien dazu sind vorhanden." Neue Antriebe, wirksame Nachrüstlösungen, der Einsatz von Telematik, eine effiziente Logistik und ein modernes Verkehrskonzept sind die zukünftigen Schwerpunkte der Umweltarbeit des Clubs. "Der ÖAMTC ist für jede Diskussion offen, wenn sie seriös und auf sachlicher Basis geführt wird", so der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung abschließend.

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