Österreich, Israel und die Juden: Wir sind auf einem guten Weg Präsident Khol als Gastgeber aus Anlass der EJC- Generalversammlung

Wien (PK) – Eine gute Entwicklung ohne offene Probleme konstatierte heute Abend Nationalratspräsident Andreas Khol zwischen der jüdischen Gemeinschaft in Österreich und dem Staat Israel auf der einen und Österreich auf der anderen Seite. "Das österreichische Parlament ist ein Freund Israels", fasste Khol pointiert zusammen. Bei einem festlichen Abendessen, zu dem Khol Vertreter des Europäischen Jüdischen Kongresses anlässlich dessen erster in Wien veranstalteter Generalversammlung in das Palais Epstein geladen hatte, kam Khol auch auf die aktuelle Situation
zu sprechen. Er hoffe, dass im Nahen Osten die Politik der
Roadmap auch nach dem Wahlsieg der Hamas fortgesetzt werde; dies
sei "wichtig für uns alle", betonte Khol. Der Nationalratspräsident kam dann auch auf die Auseinandersetzungen
im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen zu sprechen und diagnostizierte eine Bedrohung, angesichts derer es die Menschenrechte, den Respekt vor dem Recht und die Austragung von Differenzen ohne Gewalt zu unterstützen gelte. Erfreut zeigte
sich Khol über die Einstellung, die die jüdische Jugend gegenüber Österreich an den Tag lege: Sie fühle sich sicher und verstehe sich als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. "Das sind Zeichen, dass wir auf einem guten Weg sind", sagte Präsident
Khol.

Juden fühlten sich gut und zu Hause in Österreich, sagte der Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses, Pierre Besnainou, und auch die Beziehungen zwischen Österreich und
Israel seien gut. Zwei Ereignisse hätten das 20. Jahrhundert geprägt, führte Besaninou weiter aus, der Holocaust und die Unabhängigkeit des Staates Israel. Jetzt aber würden vom iranischen Staatspräsidenten der Holocaust geleugnet und Israel
die Zerstörung angedroht. Dies fordere konkrete Schritte, mahnte Besnainou: Es sei undenkbar, dass jemand, der zum Völkermord aufrufe, in einem der 25 Staaten der EU empfangen werde. Er könne sich auch nicht vorstellen, dass europäische Länder mit der Hamas als einer terroristischen Organisation Gespräche führen, solange sie zur Zerstörung des Staates Israel aufruft, bestehende
Verträge missachtet und weiter Terror verbreitet.

"Die Dinge haben sich verändert", fasste Ariel Muzicant, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, seine Sicht der
Dinge zusammen. Nicht alle, aber viele Juden in Österreich
"sitzen nicht mehr auf gepackten Koffern". Es sei ein gutes
Zeichen auch für die Mehrheit, wenn Minderheiten sich sicher fühlten, sagte Muzicant. Befriedigt zeigte er sich über die Lösung der Restitutionsfrage.

Charlotte Knobloch, die Vizepräsidentin des Europäischen Jüdischen Kongresses und des Jüdischen Weltkongresses, kam auf ihre Erfahrungen in Deutschland nach dem Krieg zu sprechen. 1945 habe sie keinen Tag länger in Deutschland bleiben wollen. 15
Jahre später, nachdem es gelungen war, mit finanzieller Unterstützung des Staates Bayern und der Stadt München, ein 57-Millionen-Euro-Projekt zu realisieren – und zwar nicht am Stadtrand, sondern im Herzen von München -, habe sie ihre Koffer ausgepackt, weil die jüdische Gemeinschaft "in München angekommen war".

Präsident Khol begrüßte neben den Genannten u.a. den Botschafter Israels in Österreich, Dan Ashbel, Serge Cwajgenbaum, den Generalsekretär des Europäischen Jüdischen Kongresses, Stephen E. Herbits, den Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg und G-Klubobmann Alexander Van
der Bellen. Khol zeigte sich erfreut darüber, dass mit diesem festlichen Abendessen "im Geiste Epsteins" aus Anlass der Generalversammlung des Europäischen Jüdischen Kongresses das Palais Epstein seiner Bestimmung gerecht werde. (Schluss)

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