KOMMENTAR von Brigitte Burger: Aufforderung zum Tanz

Klagenfurt (OTS) - Eine Einladung zum Tanz, sprich zum Besuch
einer Disco, haben Österreichs Lehrlinge jüngst von Mitgliedern der Bundesregierung erhalten. Mag sein, dass jenen Glücklichen, die einen der raren Lehrplätze ergattern konnten, zum Tanzen ist, bestimmt nicht danach zumute ist jenen, die leer ausgingen.

Und das waren Ende Jänner immer noch über 17.000 Jugendliche in Österreich. Das Geld für die Briefe an die Lehrlinge, sprich die Wahlwerbung, wäre sinnvoller angelegt, würde es in die aktive Arbeitsmarktpolitik fließen. Denn Maßnahmen wie die "Blum-Förderung" haben bestenfalls zu einer leichten Entspannung geführt, gelöst ist das Lehrstellenproblem nicht annähernd.

Ein Umstand, den die VP/BZÖ-Koalition aber standhaft negiert. Man klopft einander angesichts einer Steigerung der Lehrbetriebe von zwei Prozent im Jahr 2005 selbstgefällig auf die Schultern. In Kärnten liegt man zwar mit einem Plus von vier Prozent bei den Lehrlingszahlen an der Österreich-Spitze, doch auch hier mussten sich Ende Jänner 468 Lehrstellensuchende um 366 offene Lehrstellen raufen. Und jenen, die dabei leer ausgingen, denen der Start ins Berufsleben mangels Möglichkeit verwehrt blieb, fehlt nicht nur die Lust am Tanzen, sondern auch die zum Ausgehen nötigen finanziellen Mittel.

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Mag. Brigitte Burger
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