SP Klubtagung in Rust - StR Schicker stellt Entwicklungspläne für 13 neue Zentren in Wien vor

Wien (SPW-K) - "Im neuen Stadtentwicklungsplan STEP05 hat Wien mit der Festlegung von 13 Zielgebieten eine völlig neue Strategie bei der urbanen Planung eingeschlagen", erklärt DI Rudi Schicker, Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr in Wien bei der Klubtagung der SPÖ Wien im burgenländischen Rust. "Zielgebiete" sind spezielle Stadtgebiete in Wien, die durch außergewöhnliche Chancen und Entwicklungspotenziale hervorstechen - sie sind somit nicht durch Bezirksgrenzen definiert, sondern durch ihre individuellen Eigenschaften.

Die PlanungsexpertInnen haben für jedes Gebiet konkrete Ziele und langfristige Realisierungskonzepte definiert. Die Planung und Umsetzung erfolgt dann mit Einbindung aller interessierten WienerInnen, also "partizipativ", ein spezielles Programm-Management sorgt für hochqualitative Ergebnisse, beste Lebensqualität und spannende urbane Architektur.

13 neue Entwicklungszentren in Wien

In den nächsten Jahren werden so 13 neue Zentren der Lebensqualität und urbanen Architektur entstehen, konkret in folgenden Gebieten:
- Die historische City ist nicht nur ein Zentrum für Wirtschaft, Tourismus und Wohnen, sondern auch Weltkulturerbe. Eine besondere Herausforderung ist hier das sensible Miteinander von Tradition und moderner Architektur. Ausgezeichnet gelungen ist dieses Miteinander bereits bei den Projekten K47, Steyrhaus oder in der Neutorgasse.
- Das Gebiet Bahnhof Wien Europa Mitte / Erdberger Mais ist das größte und zugleich auch eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete im dichtbebauten Wiener Stadtgebiet. Das Areal punktet mit ausgezeichneter Infrastrukturanbindung und großen Flächenreserven. - Der große Entwicklungsbereich U2-Donaustadt/ Flugfeld Aspern bietet ebenfalls die besten Voraussetzungen für einen neuen attraktiven Stadtteil mit hoher Vielfaltsdichte. Durch die U2-Verlängerung ist das Gebiet zukünftig auch öffentlich bestens angebunden.
- Der Teilraum Floridsdorf - Achse Brünnerstraße soll ausgehend vom gründerzeitlichen Zentrum Floridsdorf entwickelt werden.
- Im Bereich Siemens-Allissen sollen "Leitbetriebe" für neue Impulse und Urbanität sorgen.
- Beim Donaufeld steht die Kombination von Wohnen, Arbeiten und großen Grünbereichen im Mittelpunkt.
- Das Zielgebiet Waterfront (Stadt am Wasser) bietet hingegen durch seine besondere Lage am Wasser einen eigenen Reiz für Wohnen und Büros.
- Der Bereich Rothneusiedl ist ein weiteres Zielgebiet, dass durch seine große Fläche viel Raum für kreative Stadterweiterung mit bester Infrastruktur bietet.
- Das Wiental wiederum bietet zwar weniger Platz, aber eine besonders interessante Kombination von Natur, Wasser, Infrastruktur und historischer Kultur.
- Beim Zielgebiet Westgürtel sind die zentralen Herausforderungen die gezielte Aufwertung der angrenzenden Gründerzeitviertel, die Geschäftsstraßen, Image und eine Verbesserung der Verkehrsorganisation.
- Der Bereich des Donaukanal bietet die rare Möglichkeit, inmitten der Stadt Urbanität und Natur, Erholung und Freizeit, Weltkulturerbe und moderne Architektur, Wasser und dichte Bebauung zu kombinieren. - Beim Teilraum Prater-Messe-Krieau-Stadion stehen die Synergien zwischen bestehenden und neuen Einrichtungen und die Integration von Erholung, Kultur und Unterhaltung im Mittelpunkt.
- Das Zielgebiet Liesing-Mitte ist öffentlich mit S-Bahn und U6 bestens erschlossen. Hier bestehen noch eine Menge Wohnbaureserven, aber auch Gewerbe- und großflächige Industriegebiete, die modernisiert und umstrukturiert werden sollen.

Stadtverkehr für alle - In ganz Wien sicher, schnell, flexibel und umweltfreundlich unterwegs.

"Stadtverkehr für alle - darunter versteht man in Wien nicht die Illusion, es allen recht machen zu können. Vielmehr geht es dabei um einen möglichst intelligente Kombination aller Verkehrsmittel", sagt Schicker. Effizienz, Ökologie, Stadtverträglichkeit und Verkehrssicherheit stehen im Mittelpunkt. Das grundlegende Konzept für die nächsten 20 Jahre wurde 2003 im Gemeinderat beschlossen - der ‚Masterplan Verkehr Wien 2003’.

Ein elementares Ziel des Masterplan Verkehr ist die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs von 35% auf 25% bis 2020 zugunsten von Öffentlichem Verkehr, Radverkehr und zu Fuß gehen. Bis 2010 soll der Radverkehr in Wien einen Anteil von 8% erreichen.

Besonders wichtig ist dabei, die unterschiedlichen Lebensbedingungen aller Menschen bei Planung und Bau zu berücksichtigen. Diese neue Sensibilität ist als "Gender Mainstreaming" mittlerweile in Wien eine Selbstverständlichkeit. Besondere Vorbildwirkung hat der Musterbezirk Mariahilf, in dem in den letzten Jahren eine Menge Projekte - von Gehsteigmindestbreiten, speziellen Anrampungen bis hin zur konsequenten Vermeidung von "Angsträumen" - mit großem Erfolg umgesetzt wurden.

Mit jährlichen Investitionen von 6 Millionen Euro ist das Wiener Radverkehrsnetz mittlerweile auf über 1000 km angewachsen - und dementsprechend auch der Anteil des Radverkehrs von 4% auf fast 6%. Neben der ständigen Optimierung des Radverkehrsnetzes werden nun auch einzelne aufwändige Projekte in Angriff genommen - etwa das Projekt "Skywalk", das den 19.Bezirk mit dem Radverkehrsnetz des Donaukanals verbindet.

Für die Entwicklung der Stadt ist der rasche Ausbau des U-Bahn- und Straßenbahnnetzes von zentraler Bedeutung. Die Verlängerungen von U2 und U1 gehen zügig voran und die 4.Ausbauphase ist bereits in Detail-Planung. Wesentlich dabei ist die weitere Kooperation des Bundes bei der Finanzierung, indem er sich mit 50% beteiligt.

Beim Ausbau der international bedeutenden Infrastruktur stehen in Wien zwei große Projekte im Mittelpunkt: Der "Regionenring" als Wiener Straßen-Umfahrungsring und der neue "Bahnhof Wien Europa Mitte" als europäischer Durchgangsbahnhof. Beide Projekte sind für Wien als maßgebliches Regionszentrum inmitten der erweiterten EU besonders wichtig. Der "Bahnhof Wien Europa Mitte" soll bis 2010 anstelle des derzeitigen Südbahnhofs in Kombination mit einem völlig neuen Stadtteil entstehen. Bis 2014 soll die bereits fertig gestellte S1 Richtung Nordosten verlängert werden, sodass schließlich ein kompletter Umfahrungsring für die Vienna Region - ein Regionenring -entsteht.

Verkehrssicherheit ist seit jeher eines der wichtigsten Ziele der Wiener Verkehrspolitik. Gegenüber 2003 soll die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 halbiert werden, langfristig gilt die "Vision Zero", also keine Toten im Straßenverkehr. Die permanente Sanierung von Unfallstellen und zahlreiche Projekte, wie "Schulwegpläne", "Rot umrandete Schutzwege", "Mobile Geschwindigkeitsanzeigen" oder "Blinkeinrichtungen bei Schutzwegen’ haben in den letzten Jahren den Wiener Stadtverkehr ständig sicherer gemacht. Nun setzt die Stadt Wien verstärkt auf Bewusstseinsbildung - und das mit großem Erfolg:
Nicht zuletzt durch Aktionen wie "Apfel-Zitrone", "ACHTUNG ZEBRA -Bremsen rettet Leben" oder "Verkehrssicherheit für Ältere Menschen" konnte 2005 ein neuer Tiefstand bei der Anzahl der Verkehrstoten erreicht werden - natürlich sind 34 im Verkehr getötete Menschen noch immer exakt 34 zuviel.

Wien ist Motor für Europaregion CENTROPE

Im Herbst 2003 haben die Landeshauptleute von Wien, Niederösterreich und Burgenland gemeinsam mit den Bürgermeistern der Regionen und Städte Südmährens, der Westslowakei und Westungarn die Gründung einer Europaregion beschlossen - daraus ist schließlich die Region CENTROPE entstanden. CENTROPE umfasst neben der Vienna Region (Wien, Niederösterreich, Burgenland) Südböhmen und Südmähren, Bratislava, Trnava sowie das Komitate Györ-Moson-Sopron und hat somit eine Gesamtbevölkerung von der Größenordnung Österreichs.

Naturlandschaften, Weltkulturerbe, Kultur, hoch qualifizierte Arbeitskräfte und Ausbildungsstätten sowie die zentrale Lage und die ausgezeichnete Lebensqualität machen CENTROPE und somit insbesondere auch Wien zu einem äußerst attraktiven Stützpunkt für internationale Konzerne. In der Region befinden sich beispielsweise über 40 Universitäten oder universitätsähnliche Einrichtungen).

Wien hat innerhalb der Region CENTROPE eine besonders vorteilhafte Position. Die zentrale Stellung wird noch durch die unmittelbare Nähe zu Bratislava verstärkt, dadurch ergibt sich praktisch eine "Twin-City", die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ihre Synergiepotenziale endlich richtig entwickeln und nutzen kann. Die enge Zusammenarbeit der beiden Städte wird sich in nächster Zeit noch wesentlich verdichten. So wachsen die Flughäfen Wien-Schwechat und Bratislava zunehmend zusammen, die Schieneninfrastruktur soll in den nächsten Jahren massiv ausgebaut werden und seit kurzem pendelt ein Katamaran als Shuttle auf der Donau zwischen Wien und Bratislava.

Unter dem Motto "Europäisch denken - regional handeln - Wien entwickeln" hat Wien diese Entwicklungen und Potenziale im Stadtentwicklungsplan STEP05 rechtzeitig erkannt und klare Strategien entwickelt. Der europäische Gedanke ist daher ein Leitfaden, der sich in allen strategischen Maßnahmen und Planungen wieder findet. .Ziel ist es, Wien zur führenden Metropole im südöstlichen Zentraleuropa zu entwickeln. Die rasante regionale Entwicklung der automotiven Industrie, der hoch spezialisierten Logistikbranche, der Forschungs-und Entwicklungsunternehmen z.B. in der Biotechnologie sind eindrucksvolle Belege dafür. (Schluss)

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