Greenpeace führt Online-Feinstaub-Warnsystem ein

Ab heute Feinstaubprognosen auf Greenpeace-Homepage

Wien. (OTS) - Ab heute bietet Greenpeace auf der eigenen Homepage Prognosen für die Feinstaubbelastung in Österreich. Die Umweltorganisation fordert gleichzeitig von der Bundesregierung die Einführung eines Feinstaub-Warnsystems wie es das auch für Ozon gibt. "Da bisher nichts geschehen ist, werden wir jetzt selbst die Österreicher über die erwartete Feinstaubbelastung informieren", so Greenpeace-Verkehrsexperte Jurrien Westerhof.

Greenpeace bietet in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Institut für Umweltforschung der Universität Köln ab sofort täglich die aktuellen Prognosen für die Belastung mit Feinstaub PM 10 und Ultrafeinstaub PM 2,5 für die folgenden drei Tage. Auf der Webseite informiert Greenpeace außerdem, wie man sich vor der unsichtbaren Gefahr schützen kann. Unter www.greenpeace.at/feinstaubprognose.html sind die Prognosekarten abrufbar. Die Voraussagen basieren auf den Daten über die jeweils jüngsten Feinstaub-Emissionen und den Wettervorhersagen. Die Prognose wird täglich um sechs Uhr früh aktualisiert.

Neben den prognostizierten Werten für die größeren Partikel PM 10 wird auch die Höhe der Belastung mit dem kleineren und noch gefährlicheren Ultrafeinstaub PM 2.5 angezeigt. In Europa gibt es für diesen derzeit noch keine gesetzlichen Grenzwerte, jedoch wird auf EU-Ebene ein maximaler Jahresmittelwert von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter diskutiert. In den USA gilt bereits für PM 2.5 ein maximaler Jahresmittelwert von 15 Mikrogramm pro Kubikmeter und in Kalifornien sind die Höchstwerte mit 12 Mikrogramm pro Kubikmeter sogar noch strenger. "Es ist nicht einzusehen, wieso die Menschen in Österreich eine höhere Belastung aushalten müssen als in Kalifornien", kritisiert Westerhof die derzeitige heimische Gesetzeslage. "Kinderlungen sind weltweit gleich. Wir fordern für Europa dieselben Grenzwerte wie sie in Kalifornien gelten."

Greenpeace macht derzeit eine Messtour durch Österreich. Die Messergebnisse zeigen wie hoch die Belastung mit Ultrafeinstaub ist. Nur bei Regen oder Schnee ist die Situation so, dass die in Kalifornien gültigen Grenzwerte unterschritten werden. "Wir fordern jetzt die Einführung eines Warnsystems, das auch den Ultrafeinstaub misst. Dafür muss das jetzt bestehende Messnetz ausgeweitet werden", kritisiert Westerhof. Greenpeace warnt vor den Folgen für die Volksgesundheit, denn für Ultrafeinstaub gibt es nicht nur keine Grenzwerte sondern diese Kleinstpartikel werden nicht einmal gemessen. Mediziner haben bereits vor Jahren gewarnt, dass gerade hier die Probleme noch größer sind als bei "normalem" Feinstaub. Bei Ozon, an dem jährlich laut Studien 400 Menschen sterben, gibt es immerhin ein Warnsystem. Durch die Folgen der Feinstaubbelastung sterben heute mehr als zehn Mal so viele Menschen wie durch Ozon, ohne dass es eine vollständige Information über das Ausmaß der Belastung gäbe. "Wir haben Prognosen für das Biowetter und für Ozonwarnungen aber wir haben bisher kein gesetzliches Warnsystem für den gefährlichen Ultrafeinstaub", appelliert Westerhof an die Bundesregierung.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 01-5454580-29 oder 0664-6126721.
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace-Verkehrsexperte, Tel.: 01-5454580-57 oder 0664-6126701.

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