Finanzielle Entwicklung der sozialen Krankenversicherung besser als ursprünglich prognostiziert

Verbandsvorsitzender Erich Laminger: "Es gibt keinen Grund die Finanzierbarkeit der Kassen krank zu jammern, Gebietskrankenkassen bereiten aber Sorgen"

Wien (OTS) - Wesentlich besser als ursprünglich budgetiert ist im vergangenen Jahr die finanzielle Entwicklung in der sozialen Krankenversicherung verlaufen. Demnach beträgt der vorläufige Gebarungsabgang 2005 aller 21 Krankenkassen per 15. Februar 2006 bei einem Gesamtbudget von fast 12 Milliarden Euro minus 32 Millionen Euro. Gegenüber dem im Februar 2005 prognostizierten Abgang von damals 280 Millionen Euro hat sich das Minus daher deutlich reduziert, noch im November 2005 waren die Krankenkassen von einem Minus in Höhe von 73 Millionen Euro ausgegangen. Angesichts der Tatsache, dass dieses Ergebnis bei voller Aufrechterhaltung des hohen Versorgungsniveaus im österreichischen Gesundheitswesen und der Investitionen im Zusammenhang mit der erfolgreichen Einführung der e-card erzielt werden konnte, zeigt sich der Vorsitzende des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Erich Laminger, mit den Vorjahreszahlen optimistisch: "Es gibt jedenfalls keinen Grund, die Finanzierbarkeit der sozialen Krankenversicherung krank zu jammern, wenngleich die Gesamtdefizite der neun Gebietskrankenkassen, von denen nur die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (+ 7,7 Mio Euro) und die Salzburger Gebietskrankenkasse (+ 0,1 Mio Euro) das Jahr 2005 positiv abschließen konnten, noch nicht beruhigen kann."
Ausschlaggebend für die deutliche Defizitreduktion waren im vergangenen Jahr die erfolgreiche Umsetzung des Arzneimittelpakets, die von der Bundesregierung beschlossene einmalige Überweisung von 100 Millionen Euro von der AUVA an den Ausgleichsfonds der Gebietskrankenassen sowie die gegenüber den Voranschlägen deutlich günstigere Entwicklung bei den Beitragseinnahmen. Laminger: "In den Bundesländern, in denen die wirtschaftliche Prosperität stimmt und die Beschäftigtenzahlen steigen, geht es auch den sozialen Krankenversicherungen besser". Zufrieden ist der Vorsitzende des Verbandsvorstades im Hauptverband auch mit der Entwicklung des Verwaltungsaufwandes. Dieser stieg im vergangenen Jahr lediglich um 1,2 Prozent, ursprünglich prognostiziert waren 3,4 Prozent. Zum Vergleich: Die Versicherungsleistungen sind im Jahr 2005 um rund 3,3 Prozent gestiegen.
Angesichts der positiven Entwicklung im vergangenen Jahr haben die 21 Krankenkassen auch den für heuer prognostizierten Abgang auf insgesamt 159 Millionen Euro zurückgenommen. Vor einem Jahr war man noch von einem Minus in Höhe von 408 Millionen Euro ausgegangen. Sorge bereitet Laminger dabei weiterhin die finanzielle Entwicklung einiger Gebietskrankenkassen, die 2006 mit einem Gesamtabgang von minus 261,2 Millionen Euro rechnen: "Der im vergangenen Jahr eingeschlagene Weg - moderate Honorarerhöhungen im Bereich der ärztlichen Hilfe und geringe Steigerungen bei den Ausgaben für Arzneimittel - muss daher im Interesse der Stabilisierung des Systems fortgesetzt werden".

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