Lungenkrebsrisiko durch radioaktives Radon braucht Maßnahmen

Krismer: "UmweltmedizinerInnen drängen auf Vorsorge"

St. Pölten (Grüne) - Radon gilt als zweitgrößte Gefährdung für Lungenkrebs und wird von der Weltgesundheitsorganisation als Luftraumschadstoff klassifiziert. Insbesondere in nicht unterkellerten Räumen geht Radon vom Boden in die Raumluft über. Die Bauweise, die geographische Lage und die Lebensgewohnheiten - wie Häufigkeit des Lüftens- sind die wichtigsten Faktoren. Die Strahlenschutzkommission hat in Österreich zwar einen Richtwert erlassen (200 Bq/ m3 in Neubauten und 400Bq/m3 in Altbauten), der aber keine Verbindlichkeit für Bauträger oder EigentümerInnen darstellt. Während Oberösterreich zum Österreichischen Nationalen Radonprojekt von 1991 bis 2001 selber mit Messungen und Wohnbauförderung aktiv wurde, ist Niederösterreich säumig. "Da eine Erhöhung der Radonkonzentration um 100 Bq/m3 Luft zu einem Anstieg des Lungenkrebsrisikos um 16 Prozent führt, ist Handlungsbedarf gegeben", verweist die Grüne Gesundheitssprecherin Dr. Helga Krismer auf eine europäische Studie.

Mangels novelliertem Strahlenschutzgesetz und Wohnrechtsgesetz muss das Land Niederösterreich in seinem Wirkungsbereich handeln. "Das Land sollte eine Raumluftmessungen für Private anbieten. Darüber hinaus müssen Messungen in öffentlichen Gebäuden, insbesondere in Kindergärten und Schulen vorgenommen werden", fordern die Grünen und drängen auf eine Ausweisung der Radon-Belastung in den Flächenwidmungsplänen. Ebenso unabdingbar sind Maßnahmen im Bereich der Wohnbauförderung, so dass nach Messungen gezielt die Radonkonzentration verringert werden kann. "Jedenfalls muss als erster Schritt eine Information der Bevölkerung erfolgen, damit Sie mangels gesetzlicher Vorsorge selber handlungsfähig ist", setzt Krismer abschließend auf eine Informationsoffensive der Landesregierung.

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